Sehenswerte Ausstellung / Am 1. Mai berichtet Werner Stelljes über seine Pilgerreise

Bilder mit Fernweh-Faktor

Bei Werner Stelljes gibt es Stillleben und Motive aus der Region zu sehen – aber eben auch Landschaften wie diese, die spontan Fernweh beim Betrachter entstehen lassen. - Foto: Röttjer

BRUNSBROCK - Eine Ausstellung mit sehenswerten Ölbildern – Landschaften, Blumen und Stillleben – des freischaffenden Künstlers Werner Stelljes aus Sittensen wird noch bis zum 1. Mai im Müllerhaus präsentiert. Es sind Ölbilder mit Motiven aus der Heimatregion des Künstlers sowie von seiner Pilgerreise nach San Santiago de Compostella und weiter, bis ans „Ende der Welt“, Finestere.

„All das, was auf den Bildern zu sehen ist, gibt es irgendwo“, hatte bei der Vernissage die Lebensgefährtin des Künstlers, Birgit Wendt, gesagt. Sie brachte in einer persönlich gehaltenen Laudatio den Künstler Werner Stelljes näher. „Die Landschaft, das Meer, der Strand, die Wolken, die sich so schnell wieder ändern, oder die Objekte der Stillleben – alles ist real – und doch ist es nicht fotografisch genau.“ Alles habe in Form und Farbe eine eigene Note, einen eigenen Stil. Dabei sei ihm immer die Perspektive wichtig, erzählte Stelljes' Lebensgefährtin.

Seine Malerei, immer in Öl, sei sein großes und leidenschaftliches Hobby. Es seien der Respekt und die Liebe zur Natur, das Suchen und Finden der Formen und Farben, die er in seinen Bildern ausdrücke. „Maler sehen und schauen eben anders.“

Geprägt wurde das künstlerische Schaffen von Werner Stelljes von den „alten Worpswedern“, denn in Adolphsdorf bei Worpswede ist er vor 65 Jahren geboren und aufgewachsen. Einige hat er auch persönlich kennen gelernt: den jüngsten Sohn von Heinrich Vogeler, der lange in der Sowjetunion gelebt hat, Jan Vogeler, sowie den Gründer und ehemaligen Inhaber der Worpsweder Kunsthalle, Friedrich Netzel.

Seine ersten Schritte in der Malerei machte er in den 80er-Jahren, einiges hat er ausprobiert, ist aber immer wieder zum Öl zurückgekommen. Heute gibt es für ihn keine Alternative. Ölmalerei ist aufwändig, die Trocknung dauert lange, aber es ist und bleibt die klassische Form mit der dauerhaften Leuchtkraft der Farben.

Lehrer und Wegbegleiter von Stelljes sind beispielsweise Ursula Barwitzki, freischaffende Künstlerin in Worpswede, sowie Alexsey Bogdanov, Malgruppe Grasberg, Till Warwas, Sommerakademie in Ottersberg, und Viktor Lau, Malgruppe in Gyhum.

Anfangs habe sich Stelljes nach eigener Aussage schwer getan, seine Bilder der Öffentlichkeit zu zeigen, geschweige denn, eins zu verkaufen, sein Herz hing an jedem Werk. Irgendwann sei dann aber der Zeitpunkt gekommen, da er nicht mehr nur „für den Keller“ malen wollte. Er ging an die Öffentlichkeit und freut sich, heute seine Bilder in den schönen Räumlichkeiten des Brunsbrocker Müllerhauses präsentieren zu dürfen.

Ein Termin im Rahmen der Ausstellung steht noch bevor: Am 1. Mai erzählt Stelljes in einem informativen Dia-Vortrag von seiner Pilgerreise auf den Jakobsweg – und zwar dem klassischen Teil über 800 Kilometer: Sechs Wochen ging es durch Nordspanien bis Santiago de Compostella und weiter bis nach Finestere. Beginn des Vortrages ist um 16.30 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. - rö

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