Obstbäume an der Stemmener Mühle

Familienprojekt Streuobstwiese

Gerd Offer (l.) und Jürgen Luttmann zeigen auf einer Wiese einen jungen Holunderstrauch.
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Gerd Offer (l.) und Jürgen Luttmann zeigen an einem schon austreibenden Holunderstrauch die Entwicklung des noch jungen Hegebusches.

Stemmen – An der malerisch gelegenen Mühle in Stemmen hat Familie Rusack in Kooperation mit der Jägerschaft des Landkreises Verden 22 Obstbäume und zwei Linden zusätzlich zum Altbestand als Streuobstwiese gepflanzt.

Projekt der Bingo-Umweltstiftung und der Kreisjägerschaft Verden

Die sieben Apfelbäume, sechs Birnen-, fünf Zwetschgen- und vier Kirschbäume sind Teil eines Projektes der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung zusammen mit der Jägerschaft zur Anlegung von Streuobstwiesen an sechs Standorten im ganzen Landkreis. Mit Unterstützung der Stiftung in Höhe von 6 500 Euro sind insgesamt 150 hochstämmige Obstbäume und zwölf Linden eingepflanzt worden – außer in Stemmen noch in Scharnhorst, Ahsen-Ötzen und Bassen-Brammer. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa, so die Umweltstiftung in einer Pressemitteilung. Mehr als 5 000 Tierarten und Pflanzenarten könnten auf den Wiesen identifiziert werden.

Bepflanzung der Wiese ein Familienprojekt

Die Bepflanzung der 2 000 Quadratmeter großen Wiese in Stemmen war eine Art Familienprojekt, weil die ganze Familie Rusack bei den Pflanzarbeiten sowie beim Herrichten der Fläche eingespannt war.

Späterwird Wildblumenwiese ausgesät

„Die Wiese war früher schon ein Gemüse- und Obstgarten“, berichtete Ulrike Rusack. Leider sei der Garten über die Jahre aufgegeben worden, und viele Pappelkeimlinge im Lehrdetal hätten den Obstbäumen das Leben schwer gemacht. Unter den neu gepflanzten Obstbäumen sei nun eine normale Gräsermischung ausgesät worden, um die Nachkommen der hohen Pappeln am nahen Wasserlauf in Schach zu halten. „Wir müssen zunächst ein- bis zweimal im Jahr mähen. Für später planen wir, eine Wildblumenwiese an dieser Stelle auszusäen“, so Ulrike Rusack.

Gerd Offer beschaffte die Obstbäume und unterstützte die Familie als Gartenbauer mit einem Minibagger, um das Pflanzen zwischen den teils kräftigen Wurzeln der wilden Pappeltriebe zu erleichtern.

Streuobstwiese als Rückzugsgebiet

„Für die Natur ist so eine Streuobstwiese sehr wichtig, weil es immer weniger Rückzugsgebiete gibt. Den Naturschutz sehen wir als Verpflichtung“, sagte der ehemalige Hegeringleiter Henning Rusack, Initiator und Ausführender der Maßnahme. „Als Jäger sind wir eine anerkannte nachhaltige Naturschutzorganisation“, ergänzte Jürgen Luttmann als Vorsitzender der Jägerschaft im Kreis Verden. „Es geht uns nicht nur ums Wild, sondern ums gesamte Ökosystem. Das fängt eben auch schon bei den Insekten an“, so Rusack weiter. So haben die Rusacks auch einen großen Holzhaufen am Rande der Wiese belassen, damit die Insekten direkt neben dem Buffet gleich ihre Unterkunft zur Verfügung haben.

Hegebusch gehört ebenfalls dazu

Zur neuen Streuobstwiese mit bereits vorhandenen schönen, alten Apfelbäumen gehört auch ein Hegebusch. Hier wachsen verschiedene Büsche. Die Anpflanzung der Sträucher, darunter Rosen, Holunder, Pfaffenhütchen und Schlehen, wird noch auseinandergezogen, denn die Sträucher erfüllen gleich mehrere Funktionen. „Die Büsche sind ideale Deckung für das Niederwild“, so Luttmann. Wenn die Obstbäume später Früchte trügen, werde das Wild sicherlich gerne für einen kleinen Imbiss an der Stemmener Mühle vorbeischauen. „Außerdem dienen die Beerensträucher wie Holunder auch den Vögeln als Nahrungsquelle“, ergänzte Offer. Die Insekten laben sich an allen Blüten und dienen den Bodenbrütern als wichtige Proteinquelle. Bis die ersten Äpfel und Birnen an den neuen Obstbäumen reifen, wird es laut Experten Offer aber bis zu sechs Jahre dauern.  

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