Baum bekommt jetzt Kugeln und Lametta

Kirchlintler Oberschüler im Naturschutzeinsatz: Entkusseln in der Hügelgräberheide

Jugendliche stecken kleine Nadelbäume i eine Mülltüte
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Mit vereinten Kräften befreiten die Siebtklässler die Hügelgräberheide von den jungen Bäumen. Nur so kann diese besondere Landschaft auf Dauer erhalten werden.

Es war harte Arbeit, die in der Kirchlintler Hügelgräberheide auf die Jugendlichen wartete. Aber für ein paar von ihnen hat es sich richtig gelohnt: Als Belohnung für den Naturschutz-Einsatz gab es einen Klassen-Weihnachtsbaum.

Kirchlinteln – Leentje, Lieneke und Swantje haben dafür gesorgt, dass jetzt ein Weihnachtsbaum in ihrer Klasse steht. Die drei Mädchen aus dem siebten Jahrgang der Kirchlintler Oberschule wollen ihn schmücken, mit Kugeln und Lametta, und dafür sorgen, dass er bis zum Anfang der Weihnachtsferien nicht vertrocknet. Klassenlehrerin Sandra Möller und Co-Klassenlehrerin Anke Aufdermauer ließen sich darauf ein, und so bekommt der Klassenraum eine ganz andere Atmosphäre mit einem nach Harz und Tannengrün duftenden Nadelbaum. Die drei Siebtklässlerinnen gehören zu den rund 60 Schülerinnen und Schülern, die jetzt einen Teil des Naturschutzgebiets Hügelgräberheide entkusselten. Sie erfüllten damit eine Vereinbarung, die bereits vor 14 Jahren, im Sommer 2007, zwischen der Schule, der Nabu-Ortsgruppe Kirchlinteln und der Naturschutzbehörde des Landkreises geschlossen wurde.

Entkusseln: Das Entfernen von jungen Trieben

Anfangs ging es nur um Pflegemaßnahmen einer Fläche im Naturschutzgebiet Verdener Moor. „Seit der Vereinbarung haben die Schüler unter Anleitung der Nabu-Ortsgruppe jedes Jahr frische Birken- und Kieferntriebe entfernt, die die Entwicklung des Moores und der moortypischen Vegetation verhindern“, erklärt Michael Rudek, ehemaliger Lehrer an der Schule und aktiv im Nabu. Entkusselung sei der Fachbegriff hierfür, sagt Rudek, und ergänzt, dass die Schüler nicht nur diesen Begriff gelernt hätten, sondern auch anderes Wissenswertes über Moore und Naturschutzgebiete.

Schutz einer besonderen Landschaft

Mittlerweile unterstützen die Schüler der Schule am Lindhoop die Nabu-Ortsgruppe bei verschiedenen Naturschutzaktionen, wie jetzt in der Hügelgräberheide, südlich von Kirchlinteln. Vor vier Jahren begann das Projekt, und seitdem gibt es jährlich einen Aktionstag, an dem Kinder aus der Schule teilnehmen. „Sie sind vor allem unterwegs, um kleine Kiefern und Birken zu entfernen“, sagt Rudek. Wenn diese Fläche sich selbst überlassen würde, wären in absehbarer Zeit die Bäume groß und würden sich zu einem Wald entwickeln. Die Heide hätte dann keine Chance mehr, weiter zu existieren, und würde eingehen. Von diesem „Verjüngungsprogramm“ profitiere nicht nur die schöne Kulturlandschaft, sondern auch zahlreiche selten gewordene Tiere, etwa die streng geschützte Zauneidechse, die Heidelerche und die Kreuzotter, die in dieser Umgebung ihren Lebensraum haben, wusste Rudek zu berichten.

Die Kinder waren an diesem Vormittag mit großem Eifer bei der Sache. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Klassenlehrerinnen Sandra Möller, Margret Friese, Anja von Stein, der pädagogischen Mitarbeiterin Petra Bohlmann und der Schulassistentin Katrin Liefer. Vom Nabu waren neben Michael Rudek, Lothar Möckel, Wolf Lampe und Karl-Heinz Räker dabei.

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