Interessengemeinschaft fordert Radweg an der L171

Der Ball liegt bei der Politik

Die Brunsbrocker zeigen, wo es lang geht und ...

Brunsbrock – Immer wieder gibt es Unfälle auf und an der L171. Auch vor einem Monat, als in Kohlenförde ein Radfahrer angefahren und schwer verletzt wurde. Der Unfall war erneut Anlass für die „IG Pro Radweg – Sicheres St. Pauli“, mit einer sehenswerten Aktion die Forderungen nach einem Radweg zu bekräftigen. Zeitgleich bildeten jeweils rund 100 Aktivisten auf den Sportplätzen des TSV Brunsbrock und des SV Jeddingen eine aus Menschen gebildete Hand, um der Forderung des Lückenschlusses zwischen Brunsbrock und Jeddingen Nachdruck zu verleihen.

Die beiden Hände waren an beiden Orten jeweils in Richtung des anderen Ortes ausgestreckt, um so dem Willen einer sicheren Verbindung für Radfahrer zwischen den beiden Landkreisen einen bildlichen Ausdruck zu verleihen. Das Jeddinger Ortstratsmitglied Lars Dammann (Grüne) bekräftigte die Forderung auch in einer Stellungnahme. Fehlende Planungskapazitäten der Straßenbaubehörde wollten die Demonstranten nicht gelten lassen.

Im Vereinsheim des TSV Brunsbrock ergriff die Schafwinkler Ortsvorsteherin Ingrid Müller (CDU) das Wort, während die Teilnehmer auf eine Regenpause für das Symbolbild warteten. „Seit 2012 stehen wir im Landesradwegeprogramm an dritter Stelle. Passiert ist aber nichts“, sagte sie. Dem niedersächsischen Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) sei eine Unterschriftenliste überreicht worden, doch die anschließende Elefantenrunde in der Straßenbaubehörde hätte keinen Fortschritt gebracht. Auch an den Landesvater Stephan Weil (SPD) sei ein Brief geschickt worden. „Die Antwort steht noch aus. Die würden wir aber gerne haben“, so Müller. „Für die Planungskosten gibt es im Land keinen Haushaltsposten. In Walle wird die Bundesstraße hingegen für vier Millionen Euro ausgebaut. Dafür gibt es also Kapazitäten“, sagte Müller. „Wir fordern die Behörde dringend auf, zügig mit den Planungen zu beginnen, bevor ein weiteres Unglück passiert.“

Der langjährige TSV-Präsident Johann Heimsoth schilderte die Notwendigkeit des Radweges aus Sicht des Sportvereins, dessen Plätze direkt an der Landesstraße liegen. Der letzte Unfall, nur 300 Meter vom Vereinsgelände entfernt, zeige, wie gefährlich die Straße sei. „Rund 300 Jugendliche kommen jede Woche jeweils dreimal zu unserem Sportplatz, zweimal zum Training und zum Spiel. Zurzeit müssen sie mit dem Auto gefahren werden. Es besteht Handlungsbedarf. Sportlich gesehen liegt der Ball bei der Politik“, so Heimsoth.

Aus Sicht des Klimaschutzes sei das Fahrrad besonders wichtig für die Mobilität im ländlichen Raum. „Dafür brauchen wir die nötige Infrastruktur“, forderte Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD). Ministerpräsident Weil habe gesagt, dass die Gelder für den Radwegbau zur Verfügung stünden. „Wir müssen viel politischen Druck machen, dass die Planungen endlich beginnen“, so die Kirchlintelerin. Der erste Radweg in der Warteschleife sei bereits in der Realisierung und der zweite befinde sich im Planungsstadium. Deswegen erkundigte sich Liebtruth eindringlich bei der Behördenleitung, wann nun mit der Planung für den Radweg an der L171 begonnen werde. Sie habe jedoch leider keine konkrete Auskunft erhalten. Liebetruth brachte daher auch wieder die kommunale Finanzierung der Planungen bei einer externen Vergabe ins Spiel.  lee

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