Seit 33 Jahren fahren Züge an Kirchlinteln vorbei / Bürgermeister im Gespräch mit Liebetruth

Bahn hält frühestens 2023

Nächster Halt Kirchlinteln. Bis es so weit ist, wird es aber laut Bürgermeister Wolfgang Rodewald (r.) noch einige Jahre dauern, teilte er Dörte Liebetruth, Hermann Meyer, Fabian Judel und Jürgen Drewes (v.l.) mit.
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Nächster Halt Kirchlinteln. Bis es so weit ist, wird es aber laut Bürgermeister Wolfgang Rodewald (r.) noch einige Jahre dauern, teilte er Dörte Liebetruth, Hermann Meyer, Fabian Judel und Jürgen Drewes (v.l.) mit.

Kirchlinteln – „Wohl noch gut drei Jahre müssen die Kirchlintler auf den Planfeststellungsbeschluss für den neuen Bahnhalt an der Amerikalinie warten. Die konkrete zeitliche Umsetzung der Baumaßnahmen liegt dann in den Händen der Bahn, die zusammen mit dem Land die weitere Finanzierung übernimmt“, sagt Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald und ergänzt: „Augenblicklich passiert die Entwurfsvermessung für bestimmte Grunddaten zum Bahnhalt.“

Während ihrer „Tour der Ideen“ durch die Gemeinde Kirchlinteln ließ sich die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth gemeinsam mit den örtlichen Sozialdemokraten Hermann Meyer, Fabian Judel und Jürgen Drewes auf den neuesten Stand zu der von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Planung für die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes bringen.

Rodewald hat erst vor Kurzem einen Terminplan für den Neubau des Bahnhaltepunktes Kirchlinteln vom Planungsbüro erhalten. Danach sehe er kaum Möglichkeiten, das Verfahren noch zu beschleunigen, entgegnete der Verwaltungschef auf eine Nachfrage von Liebetruth. „Es gibt jetzt eine Taktung, die wir konsequent ohne Verzögerungen durchziehen wollen“, so Rodewald. Dörte Liebetruth betonte, wie wichtig ein zügiger Abschluss der Planung sei, damit das vom Land unterstützte Projekt möglichst rasch zur Umsetzung kommen könne.

Kirchlintelns Kommunalpolitiker sollen dem vom Bürgermeister vorgestellten Terminplan zufolge bereits auf der Ratssitzung im Dezember beschließen, wie der Bahnhalt aussehen soll, wo das Schutzhäuschen steht, der barrierefreie Zugang entlangführt, wie die Parkmöglichkeiten für Fahrräder und Autos realisiert werden können.

Wenn alles klappt, könnte im Oktober oder November 2022 die Übergabe der Planfeststellungsunterlagen an die Bahn erfolgen, die die weitere Umsetzung steuert. Sofern dort die erforderlichen Kapazitäten vorhanden seien, wären Realisierung und Inbetriebnahme dann bis Ende 2023 möglich, zitiert Kirchlintelns Bürgermeister aus dem Terminplan.

Das wäre dann gut 150 Jahre nach der offiziellen Eröffnung der Bahnlinie zwischen Bremen und Uelzen wiederum ein außerordentlich erfreulicher und wegweisender Termin für Kirchlinteln. Im Mai 1873 wurde die Amerikalinie in Betrieb genommen. Nach 114 Jahren hielt der Personenzug am Rübenmarkt-Sonnabend, 26. September 1987, in Kirchlinteln zum letzten Mal. Seit 33 Jahren fahren die Züge an Kirchlinteln vorbei.

Dörte Liebetruth erinnerte beim Besuch am künftigen Bahnhalt daran, dass die Initiative für die Wiedereröffnung von Bahnhaltepunkten vom damaligen Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies ausgegangen sei. Die im vergangenen Jahr vom Land abgeschlossenen neuen Rahmenverträge sehen vor, dass die Deutsche Bahn im Rahmen des Projektes Stationsoffensive bei der Reaktivierung der Bahnstationen grundsätzlich mindestens 25 Prozent der Baukosten übernimmt. Die verbleibenden Kosten werden zu 75 Prozent vom Land und zu 25 Prozent von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) als zuständigem Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr getragen. Das heißt, dass die Kommunen im Bereich der LNVG – anders als ursprünglich vorgesehenen – keinen Eigenbeitrag mehr zu den Baukosten für die Bahnstationen stemmen müssen. Sie müssen lediglich die Planungskosten tragen.

Dass davon auch ihre Heimatgemeinde Kirchlinteln profitiere, freue sie besonders, so die SPD-Landtagsabgeordnete. „Mit dem kommenden Bahnhalt wird Kirchlinteln gestärkt und der ländliche Raum besser angebunden“, stellte Liebetruth fest. Schließlich werte ein Bahnhalt den Wohnstandort zum Beispiel für junge Familien und Senioren auf.

Wolfgang Rodewald bedankte sich abschließend bei der Abgeordneten für ihren Einsatz dafür, dass die Kosten für den neuen Bahnhaltepunkt überwiegend vom Land übernommen werden. Hocherfreut zeigte sich der Bürgermeister auch darüber, dass Liebetruth sich als Kreistagsabgeordnete in den Gremien dafür eingesetzt habe, dass der Landkreis Verden einen finanziellen Beitrag zu den Kosten der Gemeinde für die dazugehörige Park&Ride-Anlage leisten werde.  hm

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