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Anschauliche Geschichte

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Der Klassensatz mit 24 Büchern über „Das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Gemeinde Kirchlinteln“soll für den Geschichtsunterricht in der Oberschule genutzt werden. Eike Behrens, Hermann Meyer und Janek Spahr (v.l.) setzen darauf, dass die Jugendlichen komplexe Zusammenhänge dadurch besser verstehen. 
Foto: Renate Meyer
Der Klassensatz mit 24 Büchern über „Das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Gemeinde Kirchlinteln“soll für den Geschichtsunterricht in der Oberschule genutzt werden. Eike Behrens, Hermann Meyer und Janek Spahr (v.l.) setzen darauf, dass die Jugendlichen komplexe Zusammenhänge dadurch besser verstehen. Foto: Renate Meyer © -

Kirchlinteln – Das Buch über „Das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Gemeinde Kirchlinteln“ hat sich als Verkaufsschlager entpuppt. Mitte April war das Gemeinschaftswerk der Zeitgeschichtlichen Werkstatt im Kapitelhaus zu Wittlohe (Zwik) auf dem Markt. Knapp zwei Wochen später konnten die Autoren Wilhelm Hogrefe, Hermann Meyer, Harm Schmidt und Wilhelm Timme bereits das „Ausverkauft“ verkünden.

Davon, dass die zweite, aktualisierte Auflage schnell gedruckt war, profitiert nun auch die Oberschule am Lindhoop. Stellvertretend für die Zwik und für den Gemeinderat übergab Hermann Meyer jetzt einen Klassensatz von 24 Exemplaren an Eike Behrens, der an der Oberschule den Fachbereich Geschichtlich-soziale Weltkunde leitet.

Sozialdemokrat Meyer und Behrens kennen sich von einem anderen Projekt. Angeregt von der örtlichen SPD, trafen sich die beiden gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern zur Pflege der Stolpersteine, die im Gedenken an Amalie Mautner, Adolf Mautner und Hinrich Heitmann in der Gemeinde Kirchlinteln verlegt wurden.

Die 24 Exemplare zum Ende des Zweiten Weltkriegs in der Gemeinde ermöglichen den Jugendlichen nun einen weiteren Zugang zu den historischen Ereignissen vor Ort und darüber hinaus. „Die Bücher werden Schülerinnen und Schülern der höheren Klassen künftig im Rahmen der Bearbeitung der Themen Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg zur Verfügung stehen“, so Eike Behrens.

Die Anschläge in Halle im Oktober 2019 sowie in Hanau im Februar 2020 hätten laut Behrens „auf erschütternde Weise vor Augen geführt, dass Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland leider immer noch vorhanden sind“. Die Gedenkschrift könne – von der Vergangenheit ausgehend – in der Gegenwart und Zukunft einen wertvollen Beitrag gegen das Vergessen leisten.

Behrens sieht in dem Buch eine große Bereicherung für den Geschichtsunterricht. Komplexe Vorgänge seien durch den örtlichen Bezug anschaulicher und somit besser zu verstehen. Als Beispiel nennt der Fachbereichsleiter das Schicksal Hans-Jürgen Steinwedes. Mit 15 Jahren habe dieser sich kurz vor Kriegsende freiwillig zum Einsatz gemeldet. Die in dem Buch abgedruckten Briefe der Mutter an den Vater machten deutlich, „welches immense Unheil die nationalsozialistische Ideologie und Kriegspropaganda anrichtete“.

Neben der Autorengruppe dankt Behrens den 24 Mitgliedern des Gemeinderats Kirchlinteln, die sich an der Finanzierung des Klassensatzes beteiligt haben. Außerdem gilt sein spezieller Dank seinem Kollegen Janek Spahr sowie dem gesamten Förderverein der Schule am Lindhoop, der die Anschaffung der Bücher im Wesentlichen ermöglichte.  kp

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