Entwicklung in der L 159-Region

25 Jahre nach  Dorferneuerung: „Anpacken und Chancen nutzen“

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Aus einer landwirtschaftlichen Nutzfläche mit Silo und einem vom Verfall bedrohten Häuslingshaus  wurde im Rahmen der Dorferneuerung der schmucke Dorfplatz in Otersen mit saniertem Häuslingshaus und Fitnessstudio des TSV hinter den Fachwerkwänden 

Otersen-Wittlohe - Anfang der 90er-Jahre wurden die Dörfer Otersen und Wittlohe in das Niedersächsische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Über eine Million Mark Fördergelder flossen damals in zukunftsweisende öffentliche und private Projekte und lösten Investitionen aus, von denen die Einwohner noch heute profitieren.

Über ein Vierteljahrhundert später starten beide Dörfer jetzt gemeinsam in den Dorfentwicklungs-Prozess „Von Bierde bis Wittlohe“ mit insgesamt acht Dörfern entlang der Landesstraße L 159, durch drei Gemeinden aus zwei Landkreisen.

Entwicklung statt Erneuerung und eine Region mit mehreren Ortschaften statt einzelne Dörfer – so hat sich die Zukunftsgestaltung für den ländlichen Raum verändert. Damals wie heute sind die Bürgerbeteiligung und die Eigeninitiative der Einwohner von besonderer Bedeutung.

Alte Erfolge machen Mut

„Die Kultur des Anpackens und der Eigenverantwortung ist auf dem Land stärker ausgeprägt als in der Stadt“, wurde kürzlich der als „Dorfpapst“ bekannte Humangeograph und Buchautor Prof. Dr. Gerhard Henkel zitiert. „Anpacken und Zukunftschancen nutzen“ sollte jetzt zum Motto der beginnenden Dorfentwicklung werden, denn wie vor 25 Jahren stehen die Bewohner vor großen Herausforderungen.

Die Erfolge machen jedenfalls Mut. So entstand in Wittlohe der Dorfplatz zwischen Vethbach und Schützenhaus mit Spielgeräten, Bolzplatz und Veranstaltungsort für Osterfeuer und Schützenfest. An der Ortsdurchfahrt wurde ein neues Buswartehaus mit Fahrrad-Unterstand geschaffen und viele private Gebäude wurden dorfgerecht saniert und modernisiert.

Das Häuslingshaus vor der Sanierung.

In Otersen kaufte die Gemeinde in der Ortsmitte den Dorfplatz, auf dem die Einwohner später ein Fußball-Spielfeld und einen Basketball-Platz anlegten. Sanierung und Ausbau zum TSV-Fitnessstudio war bezüglich des vom Abriss bedrohten Häuslingshauses angesagt, und in zwei Bauabschnitten wurde das alte Schulhaus von 1880 ausgebaut. Die Kindertagesstätte mit Krippen- und Hortplätzen sowie die kleine Sporthalle für viele Gruppen vom Kinderturnen über Gymnastik und Step Aerobic bis Seniorentanz befinden sich im alten Schulhaus unter einem Dach. Von den neuen Räumlichkeiten hat ganz besonders der TSV Otersen profitiert, der auf dem Fundament der Dorferneuerung seine Mitgliederzahl auf über 300 verdreifachen konnte.

Dass eine Dorfentwicklung nie fertig ist, sondern die Einwohner vor immer neuen Herausforderungen stehen, erlebten die Einwohner in Otersen und Wittlohe wenige Jahre nach erfolgreichem Abschluss ihrer Projekte. Im Jahr 2000 wurde die Schließung des letzten Lebensmittelgeschäftes von früher vier kleinen Läden in Otersen und Wittlohe angekündigt. „Eigeninitiative statt Unterversorgung“ wurde zum Motto und vor bald 17 Jahren wurde der bürgerschaftlich organisierte Dorfladen als Selbsthilfeeinrichtung eröffnet.

Niedersachsenhof fehlt spürbar

Heute sind die Herausforderungen im Südteil der Gemeinde Kirchlinteln ebenso groß wie zur Jahrtausendwende, denn seit einem Jahr wirkt sich die Schließung des Niedersachsenhofes Otersen zunehmend negativ aus. Es fehlt seither ein zentraler, ausreichend großer Veranstaltungsort und Kultursaal. Die Speeldeel Otersen mit Aktiven aus Otersen und Wittlohe steht seit der Gasthaus-Schließung ohne Spielstätte da. Das gemeinsame Erntefest beider Dörfer musste ebenso wie das Schützenfest im Zelt auf dem Dorfplatz gefeiert werden. Ein „Dörfer-Gemeinschaftshaus“ oder ein Kultursaal stehen auf dem Oterser Wunschzettel ganz oben – das haben kürzlich gemeinsame Beratungen in der Dorf- und Vereinsgemeinschaft ergeben.

Weitere Verbesserungen bei Internet und Mobilfunk, neue Bauplätze für Wohnhäuser, Umnutzung alter Bausubstanz und kleinere Wohnungen für junge Singles und Paare ebenso wie seniorengerechter Wohnraum zeichnen sich als weitere Themen ab, die 2018 im Rahmen der Dorfentwicklung behandelt und möglichst umgesetzt werden könnten

Innerhalb der Dorf-Region „von Bierde bis Wittlohe“ bilden die acht Ortschaften jetzt sogenannte Dörfer-Arbeitsgruppen, jeweils zwei Orte eine AG. Die AG Otersen-Wittlohe formiert sich in Kürze. Zum ersten Treffen am Mittwoch, 24. Januar, ab 18 Uhr, im Aller-Café in Otersen sind interessierte Einwohner herzlich eingeladen. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.otersen.de

gl

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