Weg zwischen Kirchlinteln und Weitzmühlen freigelegt

Altes Pflaster in neuem Glanz

Wieder aufgetaucht: Ein Teil des Kopfsteinpflasters der Alten Weitzmühlener Straße wurde bereits freigelegt.
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Wieder aufgetaucht: Ein Teil des Kopfsteinpflasters der Alten Weitzmühlener Straße wurde bereits freigelegt.

Kirchlinteln – Die Alte Weitzmühlener Straße war eine wichtige Verbindungsstraße zwischen Kirchlinteln und Weitzmühlen. Viel Gras ist über die Geschichte gewachsen. Nun wurde unter der Regie der Niedersächsischen Landesforsten wieder ein Großteil der historischen Straße zum Kopfsteinpflaster – so schön wie früher.

Seit dem Bau der Autobahn A27 im Jahre 1962 endet die Straße an der Böschung des vielbefahrenen Verkehrsweges als Sackgasse, aber zuvor diente die Verbindung vielen Einwohnern als Arbeits- sowie Schulweg oder für den wöchentlichen Kirchgang. „Diese Straße war damals der beste Weg von Weitzmühlen nach Kirchlinteln, die sind wir schon als Kind gefahren“, erinnerten sich die beiden Zeitzeugen Hans Müller und Hermann Meisloh auf Nachfrage. Große historische Bedeutung habe ebenfalls die Lüneburger Salzstraße, die genau in diesem Gebiet als Hohlweg die Alte Weitzmühlener Straße kreuzte, erzählte Meisloh.

Durch die Autobahn waren die Bewohner im „Auf dem Loh“ in Weitzmühlen quasi abgeschnitten und mussten einen Umweg durchs Dorf bis zum Bau des Weges parallel zur A27 in Kauf nehmen, wie Müller berichtete.

Durch das Gefälle vom oberen Heidberg versandete das malerische Kopfsteinpflaster besonders bei Starkregenereignissen zunehmend und in Richtung Ortseingang Kirchlinteln baute sich durch die Alleebäume, vorwiegend Linden, sowie andere Bodeneinträge eine Erdschicht auf. „Teilweise war diese Schicht deutlich mehr als 20 Zentimeter dick“, berichtete Michael Müller von der Revierförsterei in Diensthop.

Die Landesforsten hätten diesen Weg schon vor Jahrzehnten übernommen. Es ist die Zufahrt in das Naturschutzgebiet „Hügelgräberheide“, früher im Besitz der Bundesvemögensverwaltung, nun gehört es dem Land Niedersachsen. Daher müssten die Landesforsten den Zugang zu den Naturschutz- und Waldflächen haben.

Für Naturschutzmaßnahmen, wie Entkusseln und Abplaggen in diesem Gebiet (wir berichteten), musste in den vergangenen Jahren mehrfach großes Gerät in die Hügelgräberheide gefahren werden. Klappte zwar, dennoch ist der Weg stark versandet. „Wir wollen vom alten Feldsteinpflaster so viel wie möglich wieder freilegen“, sagte Revierleiter Müller. So solle der Sand und Humus, zumindest im vorderen Bereich, entfernt werden. Einen Tag hatte die FirmaScharnhorst dafür Zeit. Ihren Feinschliff bekommen die runden Steine mit skandinavischem Ursprung aus der letzten Eiszeit zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Sanierung stehe schon länger auf dem Zettel der Landesforsten, so Müller. Weil andere Projekte kostenmäßig günstiger ausgefallen seien, gehe nun alles schneller Der Preis dafür liege im niedrigen vierstelligen Bereich, so der Revierförster, der zum Forstamt Rotenburg gehört.

Das anfallende Erdmaterial werde zur Verstärkung des Damms am nahegelegenen Regenrückhaltebecken eingesetzt. Diese Kooperation mit der Gemeinde Kirchlinteln wirke sich ebenfalls auf den Preis aus, weil der Aushub nicht extra abgefahren und entsorgt werden musste. Die Lösung ist vergleichbar mit dem Abplaggen der Heide. Die daraus gewonnene Biomasse landet auf den Feldern eines Landwirts. „Früher musste dieses Material extra nach Beppen zur Deponie transportiert werden“, erinnerte sich der Förster.

Die neue Maßnahme sei nachhaltig, weil entlang des Weges vom Heidberg nun ein Entwässerungsgraben die Versandung auf der „Alten Weitzmühlener Straße“ stoppen werde. Die Baumaßnahme war notwendig, um das Oberflächenwasser vom Neubaugebiet „Heidering“ den Auflagen entsprechend zu entwässern. Somit habe die beliebte Route zur Kirchlintler Heide wieder einen schönen Straßenbelag ohne Matsch, aber mit viel Geschichte.

Die Bankpaten der Ortschaft haben passenderweise im vergangenen Sommer die Sitzgelegenheiten neben der alten Straße umfassend für eine bequeme Rast repariert.

Schweres Baugeräte bewegt viel Erde: Meter für Meter schiebt der Bagger die Alte Weitzmühlener Straße frei.
Der Abraum landete unweit auf dem Damm des Regenrückhaltebeckens.

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