Alpha-Variante besser als Y-Trasse? Nordwest Radio sendet aus Lintler Krug

Lärmschutz als Problem

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Ist die Alpha-Variante ein gelungener Kompromiss? Stefan Pulß (Mitte) sprach mit Marcel Winter, Arne Jacobs, Susanne Menge und Thomas Sandkühler (v.l.).

Kirchlinteln - Alpha-Variante statt Y-Trasse, Ausbau statt Neubau lautet der Kompromiss im Streit um die Streckenführung Schienengüterverkehr zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. Doch was bedeutet das für die Region, wie viel Lärm müssen die Bürger hinnehmen, hat die Bürgerbeteiligung überhaupt etwas gebracht?

Um diese und andere Fragen ging es am Mittwochabend bei einer Live-Sendung des Nordwest Radios im Lintler Krug. Moderator Stefan Pulß sprach mit Arne Jacobs, CDU-Fraktion Gemeinderat Kirchlinteln, Susanne Menge, Fraktion B90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, Marcel Winter, Pressesprecher Dialogforum Schiene Nord, und Thomas Sandkühler, Fachsprecher der Bürgerinitiative „UnsYnn“.

Mit der so genannten Alpha-Variante soll ein Teil der ehemaligen „Amerikalinie“ zwischen Langwedel und Uelzen modernisiert und damit für den zunehmenden Güterverkehr auf der Schiene genutzt werden. Ausgesprochen für diese Lösung hat sich das Dialogforum Schiene Nord, an dem Bürger, Bahnexperten und Vertreter der betroffenen Kommunen beteiligt waren.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Alpha-Variante kommt, fragte Stefan Pulß. Susanne Menge glaubt an diese Lösung. „Die Alpha-Variante führt dazu, dass wir den Güterverkehr sofort auf die Schiene verlagern können. Sonst müssten wir 30 Jahre warten.“ Nachteile sieht sie bei der Alpha-Lösung nicht. Dass Menschen durch den zunehmenden Güterverkehr stärker belastet werden, sei ein grundsätzliches Problem, hier müsse man Kompromisse finden.

Auch Marcel Winter ist sich sicher, dass das Forum Schiene Nord eine tragfähige Entscheidung getroffen hat, erste Planungen würden bereits laufen.

„Die Gemeinde wäre auch von der Y-Trasse betroffen gewesen. Wir konnten nur zwischen schlecht und schlecht wählen“, so Arne Jacobs. Grundsätzlich begrüße er aber die Entscheidung, bestehende Strecken auszubauen. „Das hilft aber nicht den Menschen, die an der Strecke wohnen.“

Maik Dudda von der Bürgerinitiative „Save Kirchlinteln“ glaubt, dass der Ausbau der Amerikalinie die gleichen Auswirkungen hat wie ein Neubau. „280 Güterzüge werden dann plötzlich Tag und Nacht auf enger Strecke durchrasen.“ Er forderte ein Nachtfahrverbot und Lärmschutz auf „höchstem technischen Niveau.“

Den Lärmschutz zu verbessern, sei eine politische Entscheidung, die nicht in den Händen des Forums liegt, betonte Marcel Winter. Man müsse politischen Druck erzeugen, um einen verbesserten Lärmschutz durchzusetzen.

Thomas Sandkühler aus Soltau ist mit seiner Bürgerinitiative im Dialogforum vertreten. Die Bürgerinitiative habe nie gesagt „nein danke“, sondern „ ja, aber“, berichtete er. Eine Liste mit Forderungen, bezüglich des Lärmschutzes, sei inzwischen aufgenommen worden. „Es darf in belasteten Regionen keine Verschlechterung geben.“

Susanne Menge bezeichnete den Lärmschutz als „zentrales Problem.“ Sie wies aber darauf hin, dass die Prognosen von stark steigenden Güterumschlägen ausgehen, die auf den Straßen nicht bewältigt werden können. Zudem seien Lkw schädlicher für die Umwelt.

Abschließend betonte Sandkühler, dass im Dialogforum in knapp einem Jahr viel erreicht worden sei. „Fast alle Forderungen finden sich im Schlussdokument wieder. Dass die Bürgerinitiativen gehört werden, ist schon ein gewaltiger Fortschritt.“

Auch Marcel Winter äußerte sich positiv. „Im Forum hätten sich über 80 Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammengefunden. Da hat Politik stattgefunden, die sich gestalten lässt.“ Er ist sicher, dass das Ergebnis seinen Weg finden wird. „Die Zeiten, wo etwas durchgedrückt wird, sind vorbei. Wir werden weiter im Dialog stehen.“

ahk

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