Mammutprojekt abgeschlossen

12 000 Stunden für die Ahnenforschung: Daten aus Kirchlintler Kirchenbüchern jetzt im Netz verfügbar

Ein historisches Dokument mit einer kaum zu lesenden Schrift.
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Mal ein Beispiel, wie eine Seite in einem Kirchenbuch aussehen kann. So bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Arbeit in dem Kirchlintler Ahnenforschungs-Projekt steckt. Repro: tietje

Nach intensiver Arbeit hat ein Team um Dr. Klaus Tietje aus Neddenaverbergen jetzt ein Projekt abgeschlossen, dass die Ahnenforscher seit nahezu zehn Jahren beschäftigte. Die Arbeitsgruppe widmete sich der Aufgabe, die Daten aus den Kirchenbüchern von den drei in der Gemeinde Kirchlinteln vertretenen Kirchengemeinden (St. Jakobi, Wittlohe, St. Petri, Kirchlinteln und St. Andreas, Verden) in die drei Ortsfamilienbücher (OFB) zu übertragen.

Kirchlinteln – „Dazu muss man wissen, dass die Standesämter in 1875 im Deutschen Reich unter dem Reichskanzler Bismarck eingeführt wurden. Erst ab diesem Zeitpunkt wurden die Daten der Standesämter für die Ortsfamilienbücher benutzt“, erläuterte der ambitionierte Ahnenforscher. Dank der Unterstützung durch den Leiter des Kreisarchivs, Dr. Florian Dirks, seien die Daten kopiert und eingearbeitet worden. Ihre Nutzung sei allerdings durch die Datenschutzgesetzgebung begrenzt, sodass die Geburten bis 1910 und die Heiraten bis 1940 ausgewertet worden seien. Die Sterbefälle seien bis zur Begründung der Einheitsgemeinde Kirchlinteln am 1. Juli 1972 erfasst worden.

Lesen der Dokumente oft eine Herausforderung

Ein großer Zeitaufwand war mit der Aufarbeitung der alten Kirchenbücher verbunden, wobei in erster Linie das Lesen der manchmal schwer zu entziffernden Schrift in den Dokumenten eine Herausforderung war. Hier unterstützten Dr. Tietje zwei an der Ahnen- und Familienforschung besonders interessierte Frauen. Neben Magdalene Bokeloh aus Verdenermoor war das eine US-Amerikanerin mit deutschen Vorfahren aus dem Kirchspiel der St. Andreaskirche (Döhlbergen): die im Bundesstaat Utah lebende Marilyn Dahneke. Die Kommunikation klappte über das Internet hervorragend, hieß es von Dr. Tietje.

Für ihn galt es unter anderem noch, die in den historischen Dokumenten aufgeführten Personen den heutigen Hofstellen zuzuordnen. Vor allem die vom früheren Heimatforscher Otto Voigt erstellten Bauernreihen waren hier äußerst hilfreich. Einzusehen sind diese im Internetauftritt des Vereins der Verdener Familienforscher. Erleichtert wurde Tietjes Arbeit durch eine ab 1750 erfolgte durchgehende Nummerierung der Höfe und Häuser bei Einführung der Provinzial Feuerversicherung.

Eine große Erleichterung für Familienforscher

Für ihn war diese Beschäftigung vor allem auch deshalb besonders reizvoll, da er aufgrund seiner Kenntnisse aus seiner beruflichen Tätigkeit als Landtierarzt sowie als Kommunalpolitiker und Bürgermeister der Gemeinde Kirchlinteln von sich aus einen Teil der aufgeführten Personen den heutigen Hofstellen zuordnen konnte.

Die Ortsfamilienbücher enthalten nunmehr die Daten Geburt, Heirat und Sterbedatum von den in den Büchern aufgezeichneten Personen, begrenzt bis zu den Zeitpunkten der Datenschutzgesetzgebung. Die Daten wurden zu Familien zusammengefügt und interessierte Ahnenforscher können nun Listen ihrer Vorfahren, wenn sie denn in diesen Kirchenbüchern verzeichnet sind, erstellen.

Danksagungen auch aus Australien und Brasilien

Unterstützung leisteten mehrere Helfer, die mit ihrer Arbeit die Übernahme der Daten in das OFB erleichterten: Walter Homann und Dr. Redelf Habben nahmen die fotografischen Arbeiten vor, die Heirats-, Tauf- und Beerdigungseinträge übertrugen neben Magdalene Bokeloh noch Monika Hartje, Verden, Natalie Pöschke, Brunsbrock, sowie Christel und Arnold Walther, Kirchlinteln, und der zwischenzeitlich verstorbene Friedrich Wilhelm Kohnen aus Verden. Mehr als 12 000 Stunden war die Gruppe mit dem Projekt beschäftigt. Tietje: „Alle freuen sich, mit ihrer Arbeit die Möglichkeit der Recherche der Familienforscher nach ihren Vorfahren doch wesentlich erleichtert zu haben.“ Schließlich sind zwischenzeitlich 72 000 Namen eingepflegt worden.

Stolz ist er darauf, dass im Verlauf der Aktualisierung der drei örtlichen OFB-Seiten im Internet bereits mehr als acht Millionen Zugriffe erfolgten. Es seien auch schon Danksagungen per Mail aus Australien, den USA, Brasilien und Deutschland gekommen. Die auch Genealogie genannte Familienforschung sei vor allem in den USA ein weitverbreitetes Hobby.

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