100000. Mitfahrerin ausgezeichnet / Jährlich 5400 Gäste auf der Allerfähre

Josephine wollte nur Oma und Opa in Westen besuchen

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Josephine Bening (Zweite von rechts) aus Otersen ist seit 1997 der 100000. Gast auf der Allerfähre Otersen-Westen. Wie es der Zufall wollte, war ihr Bruder Lennart (Dritter von rechts) bei der Jubiläumsfahrt auf der Aller Fährhelfer.

Otersen/Westen - Die 16-jährige Gymnasiastin Josephine Bening aus Otersen nutzte als 100000. Fährgast die Solar-Allerfähre Otersen-Westen. 99999. und 100001. Fährgast waren ihre Eltern Astrid und Werner Bening.

Gemeinsam war das Trio auf dem Weg zu den Großeltern von Josephine in Westen. Der Zufall wollte es, das ausgerechnet ihr 19-jähriger Bruder Lennart Bening, seit einem Jahr Fährhelfer auf der Solarfähre, Dienst hatte und die nummerierten Karten verkaufte. Fährschiffer Ulrich Rübke gratulierte den besonderen Jubiläumsgästen und überließ Josephine Bening unter seiner fachkundigen Anleitung die Ruderpinne bei einer kleinen Rundfahrt auf der Aller.

Vereinsvorsitzender Günter Lühning hatte zuvor eine Urkunde überreicht und Josephine darf sich über Gutscheine im Wert von 100 Euro für den Dorfladen Otersen und das Aller-Café als Präsent freuen.

Ihr Bruder, Fährhelfer Lennart Bening, hat nach eigenem Bekunden „die Aller im Blut“: Sein Großvater Hermann Grotum aus Westen, sein Urgroßvater und auch der Bruder seiner aus Westen stammenden Mutter Astrid Bening waren oder sind „beim Wasserbau“ im Wasserschifffahrtsamt berufstätig.

Erfahrene Fährschiffer wie Ulrich Rübke, der seit 1997 aktiv ist, überlassen den jungen Fährleuten im Verein, wie zum Beispiel Lennart, zwischendurch gerne einmal die Ruderpinne der Solarfähre, unter Anleitung, versteht sich.

Die Allerfähre Otersen-Westen wurde um 1600 herum eingerichtet. 1967 erfolgte die Schließung der traditionsreichen Verbindung über den Fluss. 30 Jahre später übernahm der Heimat- & Fährverein Otersen die Wiedereinrichtung. 1999 wurde die Allerfähre als meistgenutzte Solarfähre Niedersachsens und zweitkleinste Binnenfähre Deutschlands mit dem „Deutschen Solarpreis 1999“ ausgezeichnet, weil die Fährleute Tradition und umweltfreundliche Antriebstechnik verbanden und schon vor fast 20 Jahren die Energiewende einläuteten. Ursprünglich war die Solar-Allerfähre für jährlich 3000 Gäste in der Saison vom 1. Mai bis 3. Oktober konzipiert und gebaut worden. Der Durchschnitt liegt heute bei rund 5400 Fährgästen pro Jahr, also fast doppelt so vielen wie geplant.

„Erfreulich ist, dass es uns seit Jahren gut gelingt, Jüngere zu gewinnen und in das 70 Fährleute zählende Team einzubinden“, betonte der zweite Vorsitzende, Dietrich Kerwat aus Barnstedt, erfreut.

tl

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