Oterser Verein feiert 25-jähriges Bestehen

1000 Bilder, 100.000 Fährgäste, unzählige Veranstaltungen

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Der Heimat- & Fährverein Otersen sammelte mehr als 1 000 Bilddokumente, wie diese Postkarte aus dem Jahre 1910 von der Fährstelle Otersen-Westen. Am 29. April feiert der 150 Mitglieder zählende Verein sein 25-jähriges Bestehen.

Otersen - Vor 25 Jahren gründeten 50 Einwohner die „Dorfgruppe Otersen“. Vereinsziel war die Sammlung und Archivierung alter Bilddokumente und die Herausgabe einer Chronik. Daraus entstand 1999 der Heimat- & Fährverein Otersen.

Dieser hat inzwischen gut 1 000 alte Fotos archiviert, 1998 die 372-seitige Dorfchronik veröffentlicht, viele Veranstaltungen zur Dorfgeschichte organisiert – und mehr als 100 000 Fährgäste mit der Solar-Allerfähre befördert. Am Sonnabend, 29. April, findet um 15 Uhr die Jubiläumsfeier zum 25. Vereinsgeburtstag statt, bei der zahlreiche Gründungsmitglieder besonders ausgezeichnet werden sollen.

Tradition und Moderne verbunden

Der Verein zählt heute 150 Mitglieder. Er verband mit Erfolg Tradition und Moderne, indem er schon 1997 neue Wege ging und vor 20 Jahren die Energiewende im Ort startete. Die Solar-Allerfähre wird umweltfreundlich mit einem Elektromotor betrieben und der Strom wird am Ufer mit einer Fotovoltaik-Anlage erzeugt. „Mit der Kraft der Sonne und des Ehrenamtes“ ist zum Leitspruch für die Allerfähre geworden, die 1999 mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet wurde.

Anfang der 90er-Jahre wurden Bilddokumente der früheren Allerfähre gesammelt und archiviert, darunter eine Postkarte aus der Zeit um 1910, die das Oterser Fährhaus, die alte Gierseilfähre sowie Kirche und Amtshaus in Westen zeigen. 1967 wurde der seit 1600 bestehende Fährbetrieb eingestellt. Mit dem Ziel, Dorfgeschichte erlebbar zu machen, setzten die Oterser 1995 größere Schlauchboote als Fähren-Ersatz ein, um die Nachbarn in Westen zu besuchen. „Es wäre doch schön, wenn es die alte Fähre noch geben würde“, hieß es damals von den Teilnehmern.

Ideen ohne großes Zögern umgesetzt

Die Oterser beließen es nicht beim „man müsste mal“, sondern sie machten. 1996 wurde die Wiedereinrichtung der Allerfähre projektiert und die Ausschilderung des Aller-Radweges vorgeschlagen.

Am 30. April 1997, drei Jahrzehnte nach der Einstellung des Fährbetriebes, wurde an der Aller die erste Solarfähre auf den Namen der letzten Fährfrau getauft: „Marie Hoffmann“.

In den zurückliegenden 25 Jahren gehörten plattdeutsche Abende ebenso zu den Veranstaltungen wie Senioren-Adventsfeiern, Radtouren oder Tagesfahrten nach Hamburg, Celle und zum Winser Museumshof. Im Rahmen der Reihe „Auf den Spuren der Dorfgeschichte“ gab es mehrere Heimatkunde-Veranstaltungen. Gut besucht waren die Veranstaltungen zur Kultivierung des Kirchenbruches, die Radwanderung zu den Hügelgräbern und Snedensteinen, die Gedenkfeier „70 Jahre Frieden“ auf der Kriegsgräberstätte und die beliebten Nachtwächter-Rundgänge.

„Dorf-Party“ am 29. April

Zur Jubiläumsfeier am Sonnabend, 29. April, 15 Uhr, im kleinen Zelt am Dorfladen sind alle Mitglieder des Vereins eingeladen. Bei „Kaffee & Bodderkoken“ wird in gemütlicher Runde auf 25 Jahre zurückgeblickt. Neue Ehrenmitglieder werden ernannt und zahlreiche Gründungsmitglieder erhalten für 25-jährige Vereinstreue ein besonderes Präsent. Für die musikalische Umrahmung sorgt das „Heidrun-Duo“ aus Armsen mit Akkordeon und Trompete. Anmeldungen zum Jubiläumsnachmittag sind per E-Mail an allerfaehre@otersen.de oder an der Dorfladen-Kasse möglich.

Aus Anlass des Vereinsjubiläums gibt es am Sonnabend, 29. April, ab 20 Uhr, eine „Dorf-Party“ mit DJ MaFu, zu der alle Mitglieder und die Einwohner aus Otersen und Wittlohe eingeladen sind.

Am Sonntag, 30. April, 14 Uhr, eröffnet der Heimat- & Fährverein die Fotoausstellung „20 Jahre Allerfähre“ im Allercafé und am Maifeiertag ist der Verein Veranstalter des Aller-Radtages, der Auftaktveranstaltung für die neue Radwandersaison im Aller-Leine-Tal.

tl

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