Verdener Kitas und Grundschulen unterzeichnen einheitlichen Überleitungsbogen

Kind kommt auch zu Wort

Verden - (kp) · Wer etwas Einmaliges geschafft hat, der darf damit gerne angeben. Überaus stolz präsentierte Dr. Christiane Morré, Bildungskoordinatorin der Stadt Verden, denn auch gestern Morgen die Vereinbarung, die alle Grundschulen und Kindertagesstätten Verdens unterzeichneten.

Damit seien diese Einrichtungen die ersten landesweit, die über einen einheitlichen Überleitungsbogen verfügten, der noch dazu bis zum Ende der vierten Klasse fortgeführt werde. „Ein Qualitätssprung“, freute sich Bürgermeister Lutz Brockmann.

Der Überleitungsbogen, das sind vier DIN-A-4-Seiten, auf denen die Stärken und der Entwicklungsstand eines Kindes gegen Ende der Kita-Zeit beschrieben werden. Ist der angehende Abc-Schütze dazu fähig zuzuhören, eine Gruppe zu führen oder ihr zu folgen? Wie ist es um die Arbeitshaltung bestellt? Bringt der Steppke Dinge zu Ende? Auch um die Grob- und Feinmotorik geht es, um das Auseinanderhalten von Gut und Böse, um Merkfähigkeit und Sprachverständnis.

Die individuellen Stärken des Kindes einschätzen, das sollen die pädagogischen Fachkräfte beim gemeinsamen Gespräch mit den Eltern. Und diese müssen schließlich mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie mit der Weitergabe des Bogens an die Schule einverstanden sind.

Auch das Kind kommt zu Wort und darf darüber berichten, was es besonders gut kann, wofür es sich interessiert, was es nicht mag und was es sich von seiner künftigen Schule wünscht. Schließlich, das verdeutlichte Dr. Christiane Morré gestern, gehe es bei bei den Überleitungsbögen vor allem um die Transparenz und darum, den Mädchen und Jungen den Wechsel in die erste Klasse zu erleichtern. Die fünf städtischen Grundschulen verpflichteten sich mit der Unterzeichnung dazu, die „indivuduelle Lernentwicklung“ über die gesamten vier Jahre zu dokumentieren

Für alle Einrichtungen sei das neue Papier sicherlich eine Umstellung und dadurch zunächst ein erhöhter Aufwand, so Dr. Christiane Morré. Mittelfristig aber, da war sich die Bildungskoordinatorin sicher, bedeute es weniger Arbeit.

Kitas sind übrigens ohnehin verpflichtet, Beobachtungsbögen über ihre Kinder zu führen. Von den Erkenntnissen und Erfahrungen mit den Kindern wollten die Grundschulen gerne profitieren. So entstand der Wunsch nach dem vereinheitlichten Bogen.

Die Basis für den Inhalt legten die Schul- und Tagesstättenleitungen gemeinsam innerhalb eines Workshops im vergangenen November. Binnen eines Tages stand das Gerüst, auch dank der Vorarbeit, die die Jahnschule und die Grundschule am Sachsenhain bei Kooperationen mit „ihren“ Kitas schon geleistet hatten.

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