Positives Raumordnungsvotum des Kreises Verden

Keine Einwände gegen Sandabbau

Das ausersehene Sandabbaugebiet.

Achim / Oyten - Von Manfred Brodt · Der Landkreis Verden hat keine nennenswerten Einwände gegen maximalen Sandabbau auf 40 Hektar in Embsen vor den „Türen“ Oytens.

Darauf läuft die landesplanerische Feststellung des Kreises beim abgeschlossenen Raumordnungsverfahren hin. Das Verfahren ist juristisch nicht angreifbar, ersetzt nicht das kommende Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren, präjudiziert es aber wohl.

Wie vom Achimer Kreisblatt berichtet, hatte die Stuhrer Firma M. u. S. Transporte 2008 den großflächigen Sandabbau in Embsen beantragt, je nach Variante auf 40 beziehungsweise 29 Hektar. Das Unternehmen verweist darauf, dass seine existierenden Rohstoffstätten, unter anderem im Landkreis Diep-holz, zur Neige gingen, dass alternative Standorte etwa in Völkersen und Holtum zu weit entfernt von den Baustellen im Raum Bremen und deshalb finanziell uninteressant seien und dass in Embsen gerade die Mittel- und Feinsande, die für den Straßenbau dringend benötigt würden, in Hülle und Fülle vorhanden seien. Zunächst soll im Trockenabbau gearbeitet und dann in den tieferen Schichten bald zum Nassabbau übergegangen werden, was dann auch die Staubbelästigungen vermindere. Lkw-Radlader und Saugbagger sollen für den Abbau eingesetzt werden.

▪ 100 Lkw-Fahrten

▪ jeden Werktag

Werktäglich 50 Lkw werden nach den Unternehmensplänen zu und von der Abbaustelle weg fahren auf der Landesstraße 167 und den Straßen Die Bröken und Zum Moor in einem Abbauzeitraum von 22 Jahren.

Während die Stadt Achim und die Gemeinde Oyten einhellig gegen das Abbauvorhaben protestiert hatten, hat der Landkreis Verden fast keine Bedenken und besteht auch nicht auf der Minimalvariante.

In der von Landrat Peter Bohlmann unterzeichneten Feststellung nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens mit Anhörung in diesem Sommer heißt es, dass keiner der raumordnerischen Gesichtspunkte wie Wohnen/Siedlung, Erholung, Landwirtschaft und Verkehr, „Schutzgüter“ Mensch und Landwirtschaft zu einer Unverträglichkeit des Vorhabens führten. Natürlich habe die Abbaufläche von 40 Hektar größere Auswirkungen als die von 29 Hektar, aber die Konzentration auf wenige größere Abbaustellen führe auch über den Landkreis hinaus zu geringeren Raum- und Umweltauswirkungen als viele kleinere Abbaustellen.

Gefahren fürs Wasser, das Klima, die Luft oder Schäden für eine ohnehin nicht hoch einzustufende Erholungslandschaft sieht der Kreis nicht. Durch entstehende Baggerseen werde in zweieinhalb Jahrzehnten sogar die Erholungsfunktion der Landschaft aufgewertet.

Auch die gesetzlichen Vorgaben zur Lärm- und Staubbelastung besonders für die in Oyten Wohnenden würden eingehalten bis auf einen Punkt. In den eingereichten Unterlagen werde nicht berücksichtigt, dass sich die Wohnhäuser im Nordosten Oytens noch vermehren könnten und dann in neuen Wohngebieten Staub- und Lärmwerte nicht eingehalten würden. Das kann nach Einschätzung des Kreises aber wieder durch neue Abstände der Abbaugruben zu den Wohngebieten „geheilt“ werden.

Die L 167 soll verbreitert werden und eine Linksabbiegespur erhalten.

Die 18-seitige raumordnerische Feststellung des Kreises enthält kein einziges gravierendes Argument gegen den großflächigen Sandabbau in Embsen und der Kreis meint, er dürfe mit der grundlosen Verweigerung des Vorhabens nicht die Firma in wirtschaftliche Not bringen. Nach der positiven Feststellung kann die Firma M. u. S.-Transporte nun ihre Pläne konkret vorantreiben und das Planfeststellungsverfahren mit Genehmigungen einleiten lassen. Die jetzigen Erkenntnisse im Rahmen des Raumordnungsverfahrens werden dann bei der kommenden Planfeststellung und Genehmigung zu berücksichtigen sein.

Gegen die Ergebnisse des Planfeststellungsverfahrens kann dann auch vor Verwaltungsgerichten vorgegangen werden.

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