Domherrenhaus mit Ausstellung über Karl den Großen in Verden / Schulkinder zeigten Tänze aus dem Mittelalter

Kein Krieg gleich weniger Exponate

Zur Eröffnung des Ausstellung zeigten Viertklässler der Jahnschule Tänze aus dem Mittelalter.

Verden - Landschaft - viel mehr gab es im frühen Mittelalter nicht in der Region, in der sich heute die Stadt Verden mit ihren Ortschaften befindet. Anlässlich des Aufenthalts Karls des Großen in Verden im Jahr 810 zeigt das Domherrenhaus - Historisches Museum Verden - im Auftrag der Stadt Verden die Sonderausstellung „Karl der Große in Verden - 810 n. Chr.“ , die gestern mit einem kleinen Festakt im Dom eröffnet wurde.

Nach der Begrüßung durch Museumsleiter Dr. Björn Emigholz und den Grußworten der stellvertretenden Bürgermeisterin Gunda Schmidtke und Pastorin Petra Horn, beanspruchten zunächst Kinder die Fläche vor dem Altarraum für sich: Die Klassen 4a und 4c der Jahnschule haben in den vergangenen Wochen unter Anleitung von Tanzpädagogin Judith Sablonski mit ihren Klassenlehrerinnen Rieke Ommen und Gabriele Goes drei Tänze des frühen und hohen Mittelalters einstudiert und im Vorfeld der Ausstellungseröffnung aufgeführt. Damit wurde zugleich eine wichtige Bedingung des städtischen Auftraggebers erfüllt, nämlich Kinder und Jugendliche in die Gestaltung der Sonderausstellung zu involvieren.

Dann blickte der Museumsleiter 1200 Jahre zurück. Er beschrieb die geschichtliche Situation und einen Krieg, der letztlich gar nicht stattgefunden hat, nämlich der Krieg Karls des Großen gegen die Dänen, der anno 812 der Anlass für die Anwesenheit des Kaisers mit 8000 bis 10 000 Kriegern im Schlepp in Verden gewesen war.

Emigholz: „Karl glaubte, hier Krieg gegen die Dänen führen zu müssen. Er hat sich daraufhin aus Aachen in Gewaltmärschen hierher gequält, auf Grund der idealen strategischen Lage.“ Die Krux: Zwischenzeitlich hatte sich die Sache mit der Kriegserklärung erledigt, so dass Karl nur Hof- und Gerichtstag in Verden abhielt und sich darüber hinaus noch diversen Gastereien oder Hofjagden zugewandt hat.“ Für Mitte Oktober, so Emigholz weiter, sei bereits seine Anwesenheit in Aachen nachweisbar.

Aus Sicht eines Historikers ist es verständlich, dass der Museumsleiter bedauert, das der Krieg gegen die Dänen nie stattgefunden hat. „Dann fiele die Ausbeute an Exponaten aus jener Zeit mitnichten so bescheiden aus“, so Emigholz. Abschließend dankte er dem Landesmuseum Hannover, der Kreisarchäologie des Landkreises Verden und privaten Leihgebern für die Zusammenarbeit und für die zur Verfügung gestellten Exponat, so dass die bis Ende Oktober währende Ausstellung ein lebendiges Bild vom Besuch Karls und von Verden zulasse.

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