Ratsfachausschuss weist Ansinnen am Hohen Acker und in Lindheim zurück

Kein Fußweg, kein Tempo 30

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Einen Fußweg entlang der Straße Hoher Acker (Bild) hat die Grundschule Bassen beantragt. Der Ratsfachausschuss für Gemeindeentwicklung lehnte den Bau einstimmig ab. ·

Oyten - „Mühe, ruhig zu bleiben“ hatte nach eigenem Bekunden SPD-Chef Ralf Großklaus und brummelte so etwas wie: „Ob manche Leute überhaupt noch wissen, was sie da für Anträge stellen.“ Was den Ratsherrn – und mit ihm sämtliche Kollegen im Oytener Ausschuss für Umwelt & Gemeindeentwicklung – in der Sitzung am Mittwochabend verärgerte, war der Antrag der Grundschule Bassen auf Bau eines Fußweges am Hohen Acker. Der Ratsfachausschuss lehnte das Ansinnen einstimmig ab.

Die Gesamtkonferenz der Grundschule Bassen hatte sich mit der Verkehrssituation für Grundschulkinder im Bereich Hoher Acker befasst. Die hält sie für sehr gefährlich und beschloss deshalb einstimmig, bei der Gemeinde zu beantragen, dass entlang der Straße Hoher Acker ein Fußweg gebaut wird. Die Kindertagesstätte Bassen unterstützte das Anliegen schriftlich.

Die Straße Hoher Acker verbindet das gleichnamige Baugebiet an der Borsteler Straße mit der Dohmstraße, an der Schule und Kita liegen, und ist sozusagen ein besserer geteerter Feldweg.

Zur Einschätzung der Lage veranlasste die Gemeinde Oyten eine Verkehrszählung. Auf der schmalen Straße wurden am 15. Dezember zu den für Schulkinder relevanten Zeiten zwischen 7 und 8 Uhr 64 Fahrzeuge und von 11.30 bis 13.30 Uhr 69 Fahrzeuge gezählt. Als potenzielle Nutzer des gewünschten Fußweges ermittelte die Verwaltung nach Angaben von Bauamtsleiter Michael Rath 11 Grundschulkinder aus den Bereichen Borsteler Straße, Hoher Acker und Langer Berg. Der Bau eines 1,50 Meter breiten und 320 Meter langen gepflasterten Fußweges, von der Fahrbahn abgetrennt durch einen Grünstreifen, würde nach erster Kostenschätzung 45 000 Euro kosten.

„Bei dieser Finanzlage so ein Antrag für wahrscheinlich sechs Kinder, die da tatsächlich gehen – wir lehnen das ab“, erklärte SPD-Sprecher Ralf Großklaus. Marlies Gerken (Grüne) merkte ergänzend an: „Das sind doch die Anwohner selbst, die da fahren.“ Rats- und Verwaltungsvertreter waren sich einig, dass es „in der Gemeinde noch zig andere Straßen ohne Fußweg gibt, die von Schulkindern genutzt werden“. Überall Fußwege zu bauen, sei nicht leistbar. Der Vorschlag von Helmut Oetjen (SPD), den Hohen Acker für den Kfz-Verkehr zu sperren, wurde nicht weiter diskutiert.

Mit 4 : 5 Stimmen knapp und gegen die Empfehlung von Vize-Verwaltungschef Axel Junge abgelehnt wurde fürs Erste der Antrag von Anliegern der Lindheimer Straße, vor ihren sechs Häusern zwischen Landesstraße und Autobahnbrücke eine Tempo-30-Zone einzurichten. Die schmale Straße habe sich seit Neubau der Brücke zu einer „wahren Rennstrecke“ entwickelt“, klagten die Anlieger.

Der Ausschuss war sich uneinig: Die Meinungen variierten von „Das ist doch keine Durchgangsstraße“ und „Die Straße ist so schlecht, da kann man gar nicht schnell fahren“ über „Das ist durchaus ein Schleichweg“ bis zu „Das macht nur Sinn, wenn es überwacht wird“. · pee

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