Waldheim streitet mit Abgeordnetem Mattfeldt über dessen Spitzen gegen die „Sozialindustrie“

Kater wegen Aschermittwochsrede

Nach dem Streitgespräch hatten sich die Mienen schon wieder etwas aufgehellt, v.li.: Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt (li.) sowie Karl-Georg Issing, Ulrike Behrens und Dieter Haase vom Vorstand der Stiftung Waldheim. ·
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Nach dem Streitgespräch hatten sich die Mienen schon wieder etwas aufgehellt, v.li.: Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt (li.) sowie Karl-Georg Issing, Ulrike Behrens und Dieter Haase vom Vorstand der Stiftung Waldheim. ·

Langwedel - Von Manfred BrodtDass am Aschermittwoch nicht unbedingt alles vorbei ist, musste jetzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt erfahren.

Beim Grünkohlessen am politischen Aschermittwoch der CDU hatte er verbal kräftig zugelangt gegen die „Sozialindustrie“ und deren Wohlfahrtsverbände, die absolute Profis in der Kundenakquise seien und den Menschen ihre bezahlten Leistungen aufdrängten. Mattfeldt damals: „Wer glaubt, dass Sozialarbeiter sozial arbeiten, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.“

Solche Äußerungen brachten unter anderem auch die Behinderteneinrichtung Stiftung Waldheim in Cluvenhagen auf die Palme, deren Vorstand Dieter Haase, Karl-Georg Issing und Ulrike Behrens jetzt mit Mattfeldt Fraktur redete.

Dieter Haase: „Wir machen keine Werbung. Wir fangen keine Menschen ein. Ganz im Gegenteil haben wir lange Wartelisten und verzweifelte Menschen, die die Betreuung dieser Behinderteneinrichtung benötigen und nicht bekommen.“ Haase stoßen die pauschalen Verallgemeinerungen Mattfeldts auf: „Wir sagen ja auch nicht: Alle Politiker gehören eingesperrt.“

Andreas Mattfeldt beeilte sich klarzustellen, dass er Behinderteneinrichtungen und insbesondere die von ihm sehr geschätzte Stiftung Waldheim doch gar nicht gemeint habe. Schließlich wisse er aus eigener Betroffenheit in seiner Familie um den Wert dieser Arbeit.

Als Mitglied des Haushaltsausschusses des Bundestages wisse er jedoch auch, dass 53 Prozent des Bundesetats von zwei Billionen Euro in den Sozialbereich gingen, und er sehe auch für was.

Die Lobbyisten der Wohlfahrtsverbände seien in Berlin aktiver als die der Pharma- und Energiewirtschaft, behauptete der Bundestagsabgeordnete aus Langwedel und wusste, dass bei den Sozial- und Hilfsverbänden in Deutschland zwei Millionen Menschen beschäftigt seien, mehr als in der Automobilindustrie mit ihren 723 000 Beschäftigten. Dies deutlich anzusprechen, sei für einen Politiker natürlich unpopulär. Als jemand, der in Mathematik aufgepasst habe, sehe er, dass dieses staatliche Geldgebaren nicht lange gut gehen könne. Und Mattfeldt hat die Sorge, dass dann das soziale Netz zerreißt und die wirklich Bedürftigen durchfallen.

Dieter Haase, Karl Georg Issing und Ulrike Behrens erwiderten, dass ihre und vergleichbare Einrichtungen doch nur politisch so gewollte Aufgaben erfüllten. Ständig würden von Land und Kreis die Kosten kontrolliert und gedrückt und dann werde man noch von Politikern an den Pranger gestellt, weil man das nicht zu Tariflöhnen leisten könne. Haase: „Das ist scheinheilig.“ Schließlich sei man auch nicht gewinnorientiert.

Viel Annäherung in dem sehr offenen Streitgespräch. Bleibt am Schluss die Frage, wem in der „Sozialindustrie“ Mattfeldts Aschermittwochsschuhe wohl passen.

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