Junge Migranten bereiten sich auf Schulabschluss vor / KVHS und ALV kooperieren

Passgenaue Förderung für jeden einzelnen Teilnehmer

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Freude am Lernen: Die jungen Migranten mit Monika Schäfer-Wolff im Haus der Kreisvolkshochschule.

Verden - Für einen Schulabschluss reichen die Deutschkenntnisse vom Integrationskurs nicht aus. Vielen jungen Migranten fehlt deshalb immer noch eine Grundvoraussetzung für den Beginn einer qualifizierten Ausbildung. Der neue „Vorkurs Schulabschluss und Übergang in Ausbildung und Arbeit“ an der KVHS Verden soll diese Lücke schließen.

Zwölf junge Erwachsene besuchen den Kurs seit Ende September. Sie kommen aus Syrien, Eritrea, Polen, Russland, Griechenland und der Türkei. Von Montag bis Freitag büffeln sie nachmittags nicht nur Deutsch, sondern auch Geschichte, Erdkunde, Biologie, EDV, Grund- und Fachrechnen. Einen festen Platz im Stundenplan hat auch die berufliche Orientierung.

„Viele Menschen mit Migrationshintergrund haben keinen Abschluss oder gar keine Schulbildung. Nach den Integrationskursen kommen sie in die Schulabschlusskurse. Dort müssen sie viele Fächer bewältigen, das ist eine große Herausforderung. Dieser Kurs dient praktisch als Lückenschluss“, erklärt Tomma Ahlers, Programmbereichsleiterin bei der KVHS. Gemeinsam mit der ALV werde geguckt, welche Teilnehmer in Frage kommen.

In 850 Unterrichtsstunden inklusive Praktikum werden den jungen Erwachsenen Grundbildungskompetenzen vermittelt, so dass ihnen der Übergang zum Schulabschluss oder in eine Ausbildung möglich wird.

„Andere können gar

nicht genug kriegen“

Kooperationspartner der KVHS sind die ALV und Betriebe im Landkreis Verden. Finanziert wird die Bildungsmaßnahme mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

„Viele haben tolle Fortschritte gemacht, aber auf einigen Gebieten noch Schwierigkeiten. Sie werden in diesem Kurs besonders gefördert.“ Auch Cristiane Bormann vom kommunalen Jobcenter der ALV begrüßt das Angebot. Besonders positiv sei der Austausch mit den Arbeitsvermittlern von Anfang an.

Was den Kurs auszeichnet, seien die passgenauen Förderangebote für jeden Teilnehmer. „In der ersten Woche haben wir ein Profiling gemacht. Da guckt man, was bringen sie mit, wo fangen wir an, wie müssen wir unser Konzept ausrichten“, erklärt Projektleiterin Monika Schäfer-Wolff. Während des gesamten Kurses werden die Teilnehmer sozialpädagogisch begleitet. „Wir haben Kontakt zu jedem Einzelnen. Gemeinsam arbeiten wir aus, wie das gesteckte Ziel erreicht werden kann“, so Schäfer-Wolff. Sie hat beobachtet, dass die Kursteilnehmer sehr unterschiedlich arbeiten. „Manche sind schnell erschöpft, andere können gar nicht genug kriegen.“

Der Kurs dauert noch bis zum 22. Juni und endet mit der Praktikumsphase. Schon jetzt werden fleißig Bewerbungen geschrieben. Der Traumjob von Khanem Merzo ist Friseurin. Die junge Syrerin lebt bereits seit sechs Jahren in Deutschland. „Drei Jahre hatte ich keinen Pass, erst dann konnte ich Deutsch lernen“, erzählt sie. Sie weiß, dass sie noch viel nachholen muss. „Dieser Kurs hilft mir sehr. Früher habe ich nichts verstanden, immer musste jemand mitkommen, jetzt kann ich auch schon viel allein machen.“

Kaire Ahmedzaki M. kam vor 19 Monaten aus Eritrea. Er strebt den Hauptschulabschluss an, weiß, wie wichtig gute Deutschkenntnisse sind. „Deutsch ist mein Lieblingsfach“, erzählt er. Später möchte der junge Mann eine Lehre als Tischler machen, denn auch in Eritrea hat er schon gern handwerklich gearbeitet.

Nach einer Einstufung können auch jetzt noch neue Teilnehmer einsteigen. Informationen erteilen Monika Schäfer-Wolff unter Telefon 04231/15763 und Tomma Ahlers unter Telefon 04231/15121.

ahk

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