SPD im Kreis Verden geht mit frischer Kraft an der Spitze die Kommunalwahlen 2011 an

Jungblut löst Eckermann ab

Gwendolin Jungblut macht bei der SPD den nächsten Karrieresprung.

Achim - Von Michael MixACHIM / LANDKREIS · Die SPD im Kreis Verden will mit neuer Kraft an der Spitze die Kommunalwahlen 2011 angehen. Nach einer Serie von Niederlagen, wobei der Verlust des Bundestagsmandats von Joachim Stünker bei der Wahl 2009 am schwersten wog, und weiterer drohender Schlappen gegen die erstarkende, sich verjüngende CDU im Landkreis wird Gwendolin Jungblut aus Achim beim SPD-Kreisparteitag am 12. Juni in Oyten den bisherigen Kreisvorsitzenden Richard Eckermann ablösen.

Nach Informationen dieser Zeitung wurde am Montag bei einer parteiöffentlichen Vorstandssitzung des SPD-Kreisvereins im Gasthaus Klenke in Langwedel über die Neubesetzung der Führungspositionen beraten und quasi auch schon entschieden. Wie Eckermann gestern am späten Abend auf Nachfrage bestätigte, hat der Vorstand einstimmig vorgeschlagen, dass seine bisherige Stellvertreterin Jungblut (32) künftig die herausragende Rolle bei den Sozialdemokraten im Landkreis übernehmen soll.

Die gelernte Juristin, die zuletzt als Kommunikationstrainerin bundesweit andere ambitionierte, mitunter auch prominente SPD-Mitglieder schulte und in Zukunft als Mitinhaberin eines Politikberatungsunternehmens in Bremen ihr berufliches Standbein haben wird, gilt seit langem als aufstrebende Sozialdemokratin mit Befähigung für größere Aufgaben und höhere Posten. Bereits mit Mitte 20 stieg Gwendolin Jungblut zur Achimer SPD-Vorsitzenden auf, bei den Kommunalwahlen 2006 wurde sie in den Stadtrat und in den Kreistag gewählt. Außerdem ist die junge Frau stellvertretende Vorsitzende des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen und mischt im Landesparteirat mit.

Jungblut wird in Parteikreisen und darüber hinaus wegen ihrer zupackenden Art, raschen Auffassungsgabe, von moderner, klarer Sprache geprägten Ausdrucksweise, gepaart mit breitem Wissen, geschätzt. Mit ihrer Ausstrahlung könnte die Achimerin, die gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, zum zweiten sozialdemokratischen Zugpferd im Landkreis neben Landrat Peter Bohlmann werden.

Richard Eckermann aus Kirchlinteln-Otersen gibt nach zwölf Jahren den Vorsitz des Unterbezirks ab. Er habe über Weihnachten lange mit seiner Frau Anna über das Thema beraten und im Januar die Parteigremien über seinen Entschluss informiert, nicht mehr weiter zu machen, berichtete der 40-jährige leitende Kreisverwaltungsdirektor beim Landkreis Osterholz gestern auf Anfrage.

Als Gründe für seinen Rückzug führte der Jurist seine „anspruchsvolle berufliche Aufgabe“ und mehr Zeit für das Privatleben haben zu wollen, an. Als Kreistagsabgeordneter und als Mitglied im SPD-Bezirksvorstand werde er weiter politisch tätig bleiben.

Allerdings gilt Eckermann bei der SPD im Landkreis, die in jüngster Zeit auffallend vom altmodischen Begriff „Unterbezirk“ als Bezeichnung für diese Ebene der Parteigliederung abrückt, schon seit längerem nicht mehr als unumstritten. Viele Genossen werfen ihm „Taktiererei“ vor. Von „Hinterzimmer-Absprachen“, „überfallartigen kurzfristigen Entscheidungen“ und auch „mangelndem Engagement“ ist hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand die Rede.

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