Offenes Gespräch mit Gruppe junger Leute aus Morsum, Thedinghausen und „Achim, Getto“ im Sozialausschuss

Der Jugend Farbe, Pinsel, Tisch gewährt

Alt und Jung standen sich beim Ortstermin gegenüber (links Samtgemeinde-Bürgermeister Gerd Schröder und neben ihm Jugendzentrumsleiter Werner Hahn). Sie fanden aber auch auf der folgenden Sitzung einen recht guten Draht zueinander.

Morsum - (la) · Die meisten kommen aus Morsum, andere aus Thedinghausen. Einer teilte aber auch stolz mit, dass er im „Achimer Getto“ wohne. Rund ein Dutzend Jugendliche waren es, die am Dienstagabend der Einladung zur Sozialausschuss-Sitzung und dem vorhergehenden Ortstermin beim Kindergarten mit Blick auf das „Klönschur“ gefolgt waren.

Sie gehören zu einer größeren Gruppe, die sich fast täglich gern im „Schur“ oder auf dem zentralen Jan-Richter-Platz trifft. Dabei entwickelten sich zu späterer Abendstunden bisweilen „Saufgelage“, so Samtgemeinde-Bürgermeister Gerd Schröder. Anwohner beklagten sich über Lärm, Müll und gefährliche Flaschenscherben, die liegen blieben.

„Die Jugendlichen sollen sich hier im Ort wohlfühlen“, doch müsse „die Situation auch beherrschbar bleiben“, fand der Bürgermeister.

Wenn junge Leute sich in größerer Zahl treffen, sei das zunächst nichts Schlechtes, meinte der Morsumer Dieter Mensen von der „Grünen Liste“. Daraus habe sich vor Jahren auch das Jugendzentrum in Thedinghausen entwickelt. Es sei jedoch sinnvoll, wenn sich eine „Kerngruppe“ bilde, die sich verantwortlich fühle und auf das Einhalten gewisser Regeln achte. Dabei sollten sich die jungen Leute auch in die Lage von Anwohnern versetzen, die sich nach einem langen Arbeitstag ein bisschen Ruhe wünschen.

Angela von Hollen (CDU) regte an, einen Aufräumdienst einzurichten. „Was genutzt wird, muss auch nutzbar gehalten werden“, verlangte der Sozialausschussvorsitzende Professor Dr. Kurzhals (SPD).

Schnell waren sich die meisten in dem Gremium einig, dass etwa der beliebte Treffpunkt „Dat Klönschur“ auf dem Kindergartengelände ansprechender hergerichtet werden könne. Das sollten die jungen Leute selbst in die Hand nehmen. Einer bot sich sofort an, da er gerade Maler und Lackierer lerne. Und auf die Frage nach besonderen Wünschen wurde geseufzt: „Ein Tisch dort wäre ein Traum!“.

Dieser Tisch, sowie Pinsel, Farbe, Materialien zur Dachreparatur und auch ein Mülleimer für den Richterplatz sollen den Mädchen und Jungen von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Das befürwortete der Ausschuss am Ende einstimmig. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht „nur drei Leute“ an der Verschönerungsaktion teilnehmen, wie einer aus der Gruppe befürchtete.

Ein weiterer Vorschlag bestand darin, die Kontakte zum Jugendzentrum Thedinghausen zu verbessern. Dieses sei schließlich „für euch da“, so Gerd Schröder. Es sei täglich geöffnet, biete von Musik hören über Internet bis hin zu Basketball und Tischkicker eine Menge, und die Gemeinde stecke auch viel Geld hinein. Vielleicht sei es möglich, mit Einführung des Bürgerbusses auch bessere Verbindungen für Morsumer Jugendliche nach Thedinghausen zu schaffen.

„Im Jugendzentrum gibt es einige komische, streitsüchtige Leute“, wandte einer der Jugendlichen ein. Gemeint war eine Gruppe mit Migrationshintergrund, die sehr beherrschend auftrete.

Diese Zeit sei vorbei, versicherte JZ-Leiter Werner Hahn. Auch die Kritik „Da hängen sogar noch 22-Jährige rum“, ließ er nicht gelten. „Die meisten Besucher des Jugendzentrums sind zwischen 16 und 18, also in eurem Alter“, betonte Hahn.

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