Bewohner im St. Josef Caritasstift lernen das sichere Gehen und Stehen

Jeder so, wie er kann

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Senta Heißbüttel, Irmgard Treichel und Hildegard Kakol (von links) üben gemeinsam Bewegungs-Assistentin Maria Voss ihre Muskeln, um Stürzen vorzubeugen. ·

Verden - Aus dem Fitnessraum im Caritaststift St. Josef ist flotte Musik und lautes Gelächter zu hören. Irmgard Treichel, Senta Heißbüttel und Hildegard Kakol laufen auf Strümpfen durch den Raum, um zwei Tische. Auf dem Boden liegen mehrere Kissen, Gymnastikmatten und ein weicher Teppich. Die Damen trainieren ihre Koordination, das Selbstbewusstsein und die Muskeln. Das Ziel: Stürzen vorbeugen.

„Wer kann, versucht es bitte ohne sich am Tisch festzuhalten“, sagt Bewegungs-Assistentin Maria Voss. Seit Dezember arbeitet sie mit den Damen an Muskelaufbau und sicherem Gehen, um Stürzen vorzubeugen. Die ersten Ergebnisse haben sich bereits eingestellt: Der Rollator steht verwaist in der Ecke. „Das ist auch eines unserer Ziele. Die Damen sollen soviel Selbstbewusstsein entwickeln, dass sie ihre Gehhilfe einfach vergessen“, erklärt Voss. Und dass ist Irmgard Treichel auch gleich gelungen: „Ich lief über den Flur und dann fiel mir plötzlich auf, dass ich meinen Rollator gar nicht dabei hatte.“

Die leichten Bewegungsübungen sorgen bei ihr und ihren fünf Mitstreiterinnen für deutlich mehr Lebensqualität. Auch Senta Heißbüttel benutzt ihren Rollator nur noch, wenn sie längere Strecken am Stück läuft. Sie macht ihre Übungen größtenteils ohne sich am Tisch festzuhalten. „Bei uns macht jeder so wie er kann, und ich bin ganz stolz auf die Damen, dass sie jede Übung ausprobieren und so fleißig mitmachen“, lobt die Bewegungsexpertin.

15 Bewohner des Caritasstifts nehmen das Zusatzangebot wahr, eine reine Herren-Gruppe gibt es auch. Die Teilnehmer, die zwischen 85 und 96 Jahren alt sind, trainieren einmal die Woche für eine Stunde. „Das ist auch genug, um Muskeln aufzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu stärken“, sagt Annegret Grieme, die die Leitung des Sozialen Dienstes inne hat. Die Idee für die Kurse kamen von den Mitarbeitern des Hauses und den Krankenkassen.

Den ersten Termin werden die Damen wohl nicht so schnell vergessen, denn sie sollten ihre Schuhe ausziehen. „Das war total ungewohnt“, sagt Hildegard Kakol. Auf Strümpfen laufen, das mussten sie erstmal lernen. Jetzt geht es ganz einfach über die Hindernisse am Boden.

„Damit trainieren sie das Greifen mit den Zehen“, erklärt Maria Voss, das ist der erste Schritt zum sichern Stehen und Gehen. Wer sich traut, macht es ohne Festhalten. Beim zweiten Schritt werden die Muskeln in den Beinen und Armen trainiert. Dafür werden Gewichtsmanschetten um die Hand- und Fußgelenke gelegt. „Die Damen sind jetzt bei rund 400 Gramm“, sagt Voss. „Und das nach zwei Monaten. Ein tolles Ergebnis.“ Und die Damen haben Spaß bei der Sache. „Mir hat es in diesen zwei Monaten sehr viel gebracht“, sagt Irmgrad Treichel. Aber, bei der sportlichen Betätigung bleibt eins leider nicht aus: der Muskelkater am nächsten Tag. · at

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