Schulausschuss für Küchensanierung an BBS / Maßnahme für 1,5 Millionen Euro

30 Jahre alte Risikobereiche

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Koordinatorin Kerstin Teuber-Engelking (2. v. r.) führt den Schulausschuss durch den Küchenbereich. ·

Landkreis - „Wir müssen die Hauswirtschaft ins 21. Jahrhundert überführen.“ So verstehen Kerstin Teuber-Engelking und ihre Kolleginnen im hauswirtschaftlichen Bereich der Berufsbildenden Schulen Verden ihre Aufgabe. Ihr Wirkungsort, die Lehrküchen der Einrichtung, glänzt noch matt mit dem nüchternen Charme der 80er.

Gesetzlichen Vorgaben genügen sie kaum noch, und deshalb diskutierte der Schulausschuss des Kreistags die Sanierung der Räume.

Ganz unvorbereitet traf Gerd Blome, Leiter der Gebäudewirtschaft des Landkreises, der Bedarf nicht. Bereits vor zwei Jahren hatte die damalige BBS-Leiterin Almut Lüpkes beim Schulträger Landkreis angeklingelt und sich für die Renovierung der 30 Jahre alten Küchen eingesetzt. Schnell überzeugt, hatte der Kreistag dafür 350 000 Euro Haushaltsmittel vorgesehen. Dann machte Blome sich an die Grob-Planung und bald wurde ihm klar, dass er mit der Summe nie und nimmer hinkommen könne. Als der Schulausschuss sich jetzt in den Räumen umsah, ging es denn auch um ganz andere Summen: insgesamt 1,5 Millionen Euro.

Wäre der Blick auf die betagte Küchenausstattung für die Zustimmung nötig gewesen, hätte er bei den Kreistagsabgeordneten schnell den letzten Ausschlag gegeben: Verschlissene Arbeitsflächen, kaputte Schubladen und Schränke. Mindestens ebenso schwer wogen aber Defizite bei den Rahmenbedingungen. „Die hygienerechtlichen Bestimmungen können wir kaum noch einhalten“, deutete Koordinatorin Teuber-Engelking an. Die lange Liste der Probleme hatte der Hauswirtschaftsbereich denn auch in „Risikobereiche“ gegliedert.

Abflüsse im Fußboden müssten geschaffen werden und für die Entlüftung seien umfangreiche Umbauten in der Deckenkonstruktion nötig, erläuterte Blome. Landrat Peter Bohlmann fand es dann auch verständlich, dass allein die baulichen Maßnahmen mit Lüftung, Sanitär, Heizung und Elektroarbeiten, eine Million Euro verschlingen würden. Immerhin sieht die bisherige Planung versetzte Wände und Umwidmung von Räumen vor. Für die eigentliche Küchenausstattung sind nur 200 000 Euro veranschlagt.

Zweifel an der Maßnahme wurden beim Rundgang und in der Sitzung nicht geäußert. „Hier muss was passieren“, war sich Erich von Hofe (Grüne) mit Jutta Sodys (SPD) einig, und auch Jens Richter (CDU) konnte nur zustimmen.

Die Abgeordneten stimmten für die Freigabe der Haushaltsmittel, wünschten sich aber ein Gesamtkonzept von der Schule. Darin sollten nicht nur zukunftsfähige Aussagen über die Umsetzung der Inklusion stehen. Auch für die Vorstellungen der Hauswirtschaftlerinnen, eine Verköstigung von Schülern aufzubauen, könnte man sich in dem Rahmen Gedanken machen. · kle

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