Spende von der Stadttombola für das Verdener Projekt

Internet-Café stärkt soziale Beziehungen

Tombola-Vorstandsmitglied Volkmar Koy (rechts) überreicht Antony Birks den Scheck.

Verden - (eg) Das Internet-Café-Projekt ist im Zuge der Wohnumfeldverbesserung für die Gebiete mit sozialen Brennpunkten entstanden. Die Stadttombola Verden hat jetzt dafür 500 Euro aus den diesjährigen Erlösen gespendet. Volkmar Koy, stellvertretener Tombola-Vorsitzender, überreichte einen entsprechenden Scheck an den Projektleiter des Internet-Cafés, den Diplompsychologen Antony Birks.

Birks möchte den Betrag für einen neuen Computer, einen Monitor und etwas Software ausgeben: „Vier Rechner sind vorhanden. Wir haben aber fünf Tische. Außerdem wünschen sich die Anwohner einen neuen Rechner mit dem Betriebsystem Vista.“ Das Niedersächsische Landesamt und die Stadt Verden unterstützen das Internet-Café. Die DSL-2000- Anschlüsse werden von der Stadt übernommen. Bald wird der Anschluss wahrscheinlich auf bis zu DSL 6000 aufgerüstet werden.

Leider fielen Firmenspenden etwas gering aus, so Birks. Dafür stellt das Niedersächsische Landesamt jährlich 2000 Euro für alle Kosten zur Verfügung.

Birks leitet das Internet-Café nun seit vier Jahren. Über 60 Monate läuft sein Engagement insgesamt. In einem Jahr vertraut Birks das Café dem Bürgertreff an, der Servicearbeiten übernehmen soll, und hofft auf ehrenamtliche Mitarbeiter unter den Senioren. Bei den alten Herrschaften ist das Internet-Café der Renner. „Sie sehen sich im Fernsehen Werbung für Internetadressen an und werden dadurch neugierig. Es ist nur schwierig, bei so einem starken Wechsel der Anwohner jemanden über längere Zeit zu engagieren“, sagt Birks.

Die Wohngebiete Schwarzer Berg, Hoppenkamp und Salzstraße werden mit diesem Projekt unterstützt. Es wohnen 1578 Personen aus 34 verschiedenen Nationalitäten in den Blockhäusern. Der Migrantenanteil im Kernbereich beträgt 45 Prozent. Birks erzählt: „Heute sind nur noch 60 Prozent der Gebäude belegt. Vor zehn Jahren waren sie noch komplett voll. Das liegt daran, dass die Russland-Deutschen sich oft untereinander unterstützen und Häuser bauen.“

Zu den sozialen Beziehungen bemerkt Birks anschließend: „In unserem Café treffen sich Jung und Alt. Es stärkt soziale Beziehungen, weil sich an bestimmte Regeln gehalten werden muss, und man lernt miteinander auszukommen. Es muss sich keiner integrieren, der es nicht möchte. Unser Programm besteht aus zwei Vormittagen für Senioren, Internet-Jungs, Internet-Mädchen und dem offenen Café an drei Nachmittagen. Außerdem bieten wir Hausaufgabenhilfen und Bewerbungshilfen für Schüler an. Dies ist vor allem für die Kinder, die keinen Internetzugang haben, sehr wichtig. Bei uns können sie kostenlos recherchieren und ausdrucken. Momentan sind Jungs mehr vertreten, das ändert sich aber ständig. Es ist ein Treffpunkt für Kinder, der Langeweile verhindert. Somit nehmen Vandalismus und Graffiti ab. Zudem sind die Computer kindersicher. Sie sind für pornografische und rechtsextremistische Inhalte gesperrt.“

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