Vereinsform ermöglicht mehr Zeit für Patienten

„Intensivstation zu Hause“ ist das Ziel

Stefan Bürger.
+
Stefan Bürger.

Achim - Für einen Palliativ-Stützpunkt im Landkreis Verden setzt sich unter anderem seit einigen Jahren Stefan Bürger, Inhaber der Alten Apotheke in Achim, ein.

Mit dem Ergebnis, dass die Strukturen für eine individuelle Versorgung von Sterbenden bereits entstanden sind und auch genutzt werden. Dafür gibt es seit mehreren Jahren einen Runden Tisch Palliativmedizin, an dem Stefan Bürger, der Achimer Hospizhilfeverein, Palliativmediziner Dr. Matthias Raby, Pastor Dietrich Hoffmann, Birgit Tewes, Berufsbetreuerin beim Landkreis Verden, sowie die Diakonie beteiligt sind.

Unsere Zeitung sprach mit Stefan Bürger über Angebote und Chancen eines möglichen Palliativ-Stützpunkts.

Warum braucht der Landkreis Verden einen eigenen Palliativ-Stützpunkt?

Stefan Bürger: Im Moment wird die Zeit, die Ärzte und Pflegekräfte mit Ausbildung in „Palliative Care“ dem Patienten widmen können, nicht extra vergütet. Um länger am Patienten arbeiten zu können, und so eine möglichst optimale Versorgung des Patienten zu ermöglichen, brauchen wir die Möglichkeit, „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Und das gewährt die Krankenkassen nur, wenn diese Leistungen über eine Trägerschaft, beispielsweise einen Verein, laufen.

Wer entscheidet über die Aufnahme in die ambulante Palliativ-Versorgung?

S.B.: Die behandelnden Hausärzte vor Ort geben eine Empfehlung und leiten damit Maßnahmen für eine Palliativ-Betreuung ein. Die Übergänge zwischen der klassischen hausärztlichen Versorgung und der spezialisierten Palliativversorgung sind fließend. Darüber hinaus pflegt der Runde Tisch bereits eine gute Zusammenarbeit mit dem Bremer Klinikum Links der Weser, das eine eigene Palliativ-Station besitzt.

Was ist der Unterschied zwischen Hospiz und Palliativ-Station?

S.B.: Ins Hospiz gehen die Menschen zum Sterben. Die Palliativ-Betreuung hingegen hat zum Ziel, schwer erkrankten Menschen noch möglichst lange ein möglichst angenehmes Leben zu Hause zu ermöglichen. Dazu gehört, dass Symptome der Erkrankung wie Schmerzen, Übelkeit, Luftnot und Schlaflosigkeit individuell behandelt werden.

Wie sieht eine ambulante  Palliativ-Betreuung konkret aus?

S.B.: Das kann man unter dem Begriff „Intensivstation zu Hause“ zusammenfassen. Die medizinische Versorgung kann im Einzelfall künstliche Ernährung, Sauerstoffversorgung und Schmerzpumpen umfassen, die der Patient per Knopfdruck regulieren kann. Dazu gehört auch, der Familie mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das kann seelsorgerische Arbeit sein oder Hilfe bei finanziellen Fragen, wenn etwa der Ernährer einer Familie betroffen ist. · ldu

Betroffene können sich bereits jetzt an den Runden Tisch Palliativmedizin wenden, erreichbar unter Telefon 04202/ 910104 oder palliativ-achim@t-online.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Comeback der Kirmes: Organisator rechnet mit 10.000 Besuchern

Comeback der Kirmes: Organisator rechnet mit 10.000 Besuchern

Comeback der Kirmes: Organisator rechnet mit 10.000 Besuchern
Corona-Lage in Verden: Kaum gelockert, schon gestiegen

Corona-Lage in Verden: Kaum gelockert, schon gestiegen

Corona-Lage in Verden: Kaum gelockert, schon gestiegen
Herbstkirmes auf dem Verdener Warwickplatz kommt bei Familien gut an

Herbstkirmes auf dem Verdener Warwickplatz kommt bei Familien gut an

Herbstkirmes auf dem Verdener Warwickplatz kommt bei Familien gut an
Ernüchternder Sachstandsbericht: Seesanierung noch Jahre entfernt

Ernüchternder Sachstandsbericht: Seesanierung noch Jahre entfernt

Ernüchternder Sachstandsbericht: Seesanierung noch Jahre entfernt

Kommentare