Genehmigungsverfahren läuft / „Heißer Kandidat für Wietze“

Initiative macht weiter gegen Maststall mobil

Die Maststallgegner trafen sich im Gasthaus Wätjen.

Etelsen - · Mit rund 50 Bürgern und Lokalpolitikern diskutierten Vertreter der BI Etelsen jetzt im Gasthaus Wätjen über den aktuellen Stand des geplanten 100 000er-Hähnchenmaststalls in Giersberg. „Vor zwei Jahren hat man uns überall erzählt, Ihr braucht Euch gar nicht aufzuregen, der Stall ist sowieso schon genehmigt“, sagte Petra Krüler.

Bereits vor zwei Jahren gab es über 200 Einwendungen von Bürgern gegen den Mega-Maststall. Weiter gab es eine Eingabe der Bürgerinitiative an den Petitionsausschuss des niedersächsischen Landtages in Hannover, der beim Emissionsgutachten des Antragstellers erheblichen „Ergänzungs- und Aktualisierungsbedarf“ feststellte. Kurz darauf befand das Sozialministerium, dass die Giersbergstraße für den Schwerlastverkehr mit 40-Tonnen-Lkw zu schmal sei und „Ausweichstellen“ geschaffen werden müssten.

Besonders geärgert hatte sich die Bürgerinitiative seinerzeit darüber, dass die Genehmigungsbehörde den Bauantrag trotz fehlerhafter Unterlagen durchaus als „genehmigungsfähig“ ansah und die „agrarindustrielle Massentierhaltungsanlage“ (so die Bürgerinitiative) als landwirtschaftliches Bauvorhaben „privilegierte“.

Aber selbst nach Überarbeitung der Unterlagen und Neubeantragung des Maststalls sehen diese nach Ansicht der Bürgerinitiative nicht viel besser aus. Falsche und fehlerhafte Angaben zögen sich durch die kompletten Unterlagen (351 Seiten), so der Vorwurf.

Insbesondere passe das Emissionsgutachten des Ing.-Büros Oldenburg und der Bauantrag des Planers NLG (Niedersächsische Landgesellschaft) nicht mehr zusammen, da die Hähnchen nun bis zu einem Mastendgewicht von 2,5 Kilogramm gemästet werden sollen - im Gutachten würden sämtliche Emissionen nur bis zu einem Gewicht von 1,95 Kilogramm berechnet.

Bemängelt wurden unter anderem auch falsche Abstände im Seuchenschutzkonzept zum nächsten Schweinemaststall und zum Gewässer mit Wildgeflügel.

Ein Teil der vom Petitionsausschuss geforderten Berechnungen fehle ebenfalls, insbesondere die Stickstoffdeposition. Auch hätte man Emissionshindernisse im Umfeld der Anlage (Autobahnwall, Bäume, Sträucher, Häuser) im Gutachten nicht berücksichtigt. Außerdem wurde bemängelt, dass im Antragsordner Unterlagen zum bereits vorhandenen Maststall mit 25 000 Hähnchen fehlen, der zusammen mit der neuen 100 000er Anlage betrieben werden soll und damit als „gemeinsame Anlage“ gelte.

Vor dem Hintergrund, dass im nahe gelegenen Wietze (gut 70 Kilometer entfernt) eine Schlachtanlage gebaut werden soll, in der jährlich 135 Millionen Hühner geschlachtet werden sollen, bekommt der Maststall in Etelsen eine besondere Bedeutung. „Ein Präzedenzfall“ hieß es im Publikum und Gerd Landzettel (WGL) befand: „Das ist ein ganz heißer Kandidat für Wietze“.

Die Bürgerinitiative wies darauf hin, dass man bis zum 12. Mai Einwendungen beim Landkreis gegen die Giersberger Mastanlage einreichen kann. Mustereinwendungsbögen kann man im Internet unter http://www.gefluegelmast.de herunterladen. Auch liegen unter anderem in der Schloss-Apotheke in Etelsen, in der Paracelsus-Apotheke in Daverden und bei Rohrberg in Langwedel Mustereinwendungen und Unterschriftenlisten aus.

Die Einwendungen werden am 14. Juni ab 10 Uhr im Kreishaus öffentlich erörtert.

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