Für Uli Schmitz wird die Sanierung der alten Dekanei zum Großprojekt

Immer neue Überraschungen

Diese Verbindung von Alt und Neu wurde nicht genehmigt.
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Diese Verbindung von Alt und Neu wurde nicht genehmigt.

Verden - Das Büningsche Haus am Anita-Augspurg-Platz soll nach fünf Jahren Leerstand wieder im ursprünglichen Stil erstrahlen. Die Außensicherung des unter Denkmalschutz stehenden historischen Bauwerks ist in diesen Tagen erfolgt und die ersten Arbeiten fürs „Wohnen in der alten Dekanei“ haben begonnen. „Es geht endlich los“, so Bauherr Uli Schmitz, der wie sein Architekt Jürgen Schlake dem Sanierungsbeginn seit Monaten entgegenfiebert.

Es ist ein positives Signal für die Entwicklung und Optik der Verdener Süderstadt. Bereits 2011 hat Uli Schmitz das geschichts-trächtige Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Dom gekauft. Dort sollen nun Wohnungen für gehobene Ansprüche entstehen, alternativ, so Schmitz, werde auch über die Möglichkeit einer Verbindung von Gewerbe und Wohnen nachgedacht.

Insgesamt sieht die von Schmitz favorisierte und von dem Syker Architekten Jürgen Schlake geplante Variante auf dem 1 300 Quadratmeter großen Areal bis zu sechs Mietwohnungen vor. „Die Entscheidung für das Innenkonzept ist noch nicht gefallen. Wir gehen von maximal sechs und minimal drei Wohnungen aus“, hieß es gestern beim Pressetermin.

Dabei machte Schmitz auch aus dem maroden Zustand des Gebäudes keinen Hehl. „Es ist eine große Herausforderung. Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich vermutlich meine Finger davon gelassen“, gibt er offen zu. Denn das ganze Ausmaß habe sich erst nach und nach gezeigt.

„Wir erleben immer wieder neue Überraschungen. Das Gebäude ist sehr feucht. Die Fundamente müssen komplett abgesperrt werden“, listet er ein Beispiel aus dem umfangreichen Schadenskatalog auf, der auf die Glyzinie zurückzuführen ist, die Jahrzehnte die Fassade des Hauses geschmückt hatte.

Auch beim Dachstuhl haben Bauherr und Planer Überraschungen erlebt. Froh ist Schmitz daher über die gute, wenn auch nicht immer einfache Zusammenarbeit mit den Behörden. So wurde erkannt, dass man trotz Denkmalschutz mit der Zeit gehen muss und hat den Einbau von Dachgauben, ein zweites Treppenhauses und einen Außenfahrstuhl erlaubt. Damit werde das Gebäude auch barrierefrei. An der städtischen Gestaltungsordnung ist allerdings die Vision des Bauherrn gescheitert, den unattraktiven Gebäudevorbau in Richtung Große Straße durch einen modernen Anbau zu ersetzen.

Die eigentliche Sanierung wird jetzt starten und an der Fassade soll auch das einst vorhandene Fachwerk wieder sichtbar werden.

„Wirtschaftlich auszahlen wird sich das Projekt vermutlich nie“, vermutet Schmitz, der sich die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt eine siebenstellige Summe kosten lässt. Das Verhältnis zwischen Kaufsumme und Sanierungskosten gibt er mit 1:4 an. „Um eine Wirtschaftlichkeit zu erreichen, müsste ich einen völlig unrealistischen Mietpreis nehmen. Fakt ist jedoch, dass der Mietzins über dem Mietspiegel liegen wird.“ · nie

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