Lage am Otterstedter See wurde beraten

400 illegale Wohnungen: Was tun?

Ottersberg - (woe) · Dem Landkreis platzte nach rund 30 Jahren der Kragen. Er will illegales Wohnen im Wochenendgebiet Otterstedter See nicht länger akzeptieren.

Um die Räumung und einen Teilabriss der bisher „geduldeten“ Häuser zu vermeiden, suchte der Bauausschuss Ottersberg daher gemeinsam mit dem Ortsrat Otterstedt am Donnerstagabend nach einem Ausweg aus der brisanten Situation.

Die Verwaltung stellte auf der Sitzung Überlegungen vor, den Bereich Otterstedter See in drei bis fünf Pläne aufzugliedern und mit entsprechenden Festsetzungen zu versehen, „um die jetzige Wohnnutzung rechtlich abzusichern“.

▪ Ort profitiert auch

▪ von Bewohnern

Das werde aber nicht zu 100 Prozent gelingen, machte Denise Bodendorf vom Bauamt gleich klar. 400 – unzulässige – Wohnhauptsitze und 62 Nebenwohnsitze am See sind gemeldet.

„Der Kreis hätte viel früher tätig werden müssen, hat sich aber lange vor der Verantwortung gedrückt. Die Situation am See war wie Aids ein Tabu-Thema“, formulierte Bauausschussvorsitzender Reiner Schnäpp (SPD).

Auf den Appell von Klaus Rebentisch (CDU), neben der Rechtslage auch die Einwohnerentwicklung zu bedenken, meinte Schnäpp: „Der demographische Wandel ist kein Grund, ein illegales Wohngebiet zu dulden.“

Rainer Hinrichs (CDU) vom Otterstedter Ortsrat forderte eine neue Bebauungsplanung. Mehr als zwei Drittel der Bewohner am See hätten sich zwar nicht ans Baurecht gehalten. Aber Otterstedt profitiere auch von ihnen. „Ohne die Kinder, die dort mit ihren Eltern wohnen, würde unsere Grundschule keine Klassenstärke erreichen und Otterstedt gar keine Grundschule mehr haben“, so Hinrichs.

Helmut Prossner (SPD) sträubte sich gegen Neuplanungen: „Wir haben damals den Bereich am See für Freizeit und Naherholung ausgewiesen. Jetzt haben wir eine Situation, die ein großes Ärgernis ist“. Bei einer Legalisierung müsse der Flecken erheblich in Straßenbau und andere Maßnahmen der Infrastruktur investieren. Das sollten wir uns sehr gut überlegen“, fand Prossner.

Warum wurde das wilde Bauen überhaupt toleriert, fragte Holger Wieters-Fröhlich (GLO). „Das Baurecht steht hier im Widerspruch zum Melderecht. Wir müssen die Meldung der Bewohner annehmen. Das Bauamt musste dann eigentlich kontrollieren, wie lange jeder dort im Jahr wohnt. Das ist aber nicht leistbar“, erläuterte Bauamtsleiter Ralf Schack.

Es gebe jetzt keinen goldenen Weg. Andere Gemeinden hätten ähnliche Probleme mit solchen Gebieten. „Wir müssen aber den Druck aus den Kessel nehmen“, bekräftigte der in Otterstedt beheimatete Ottersberger Bürgermeister Horst Hofmann (CDU).

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