IHK-Umfrage im Elbe-Weser-Raum: Schwäche aus dem Vorquartal abgeschüttelt

Die Wirtschaft brummt

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Die Entwicklung über den Zeitraum von zehn Jahren hat insgesamt einen positiven Trend.

Landkreis - Die Stimmung in der Wirtschaft im Elbe-Weser-Raum verbessert sich im Vergleich zum Vorquartal erheblich. Das ist das Ergebnis einer IHK-Konjunkturumfrage für das vierte Quartal vergangenen Jahres. Fast die Hälfte der Betriebe bewerten die gegenwärtige Geschäftslage als gut, genau waren es 46 Prozent. Im Quartal zuvor lag der Anteil noch bei 35 Prozent.

Die Industrie- und Handelskammer für den Elbe-Weser-Raum befragte 387 Unternehmen. 228 Unternehmen haben geantwortet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 58,9 Prozent. Die ohnehin verhältnismäßig kleine Zahl von unzufriedenen Unternehmen sank dabei im Vergleich zur drei Monate älteren Umfrage von 14 auf elf Prozent. Die Industrie schüttelt die relativ schlechten Auftragszahlen aus dem dritten Quartal ab und schließt das Jahr mit gestiegenen Umsätzen sowie einem Auftragsplus ab. Mit Produktinnovationen und neuen Vertriebskanälen setzen sich vor allem die Vorleistungsgüterhersteller auf dem Weltmarkt durch.

Die guten Zahlen aus der Industrie beflügeln die Geschäfte der Großhändler, auch sie können sich über gute Umsatzzahlen freuen. Einzelhändler stellen dagegen keine überragende Kauflust bei den Verbrauchern fest. Mit der Umstellung auf Industrie 4.0 gehen neue Aufträge bei den Dienstleistern ein. Insgesamt erreichen die Zufriedenheitswerte aus der Dienstleistungsbranche den hohen Vorkrisenstand von 2007.

„Zweifelsfrei stärken ökonomische Sondereffekte der heimischen Wirtschaft den Rücken“, sagt IHK-Volkswirtin Katharina Zalewski. Zu diesen Effekten gehören die niedrigen Ölpreise, von denen Unternehmen ebenso wie Verbraucher profitieren. Auch der günstige Euro-Dollar-Wechselkurs macht es Exporteuren hierzulande leicht, ihre Waren ins Ausland zu verkaufen.

Die niedrigen Kreditzinsen ermöglichen es den Betrieben, Investitionen zu tätigen und den Konsumenten ihre langgehegten Träume der eigenen vier Wände zu verwirklichen. Das freut den Bau. Der robuste Arbeitsmarkt macht es den Verbrauchern zudem leicht, langfristig Vertrauen in die Wirtschaft zu setzen.

Der Elbe-Weser-Raum hängt mit einer Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent wieder einmal andere Regionen ab. So weist Niedersachsen eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent auf. Für Deutschland liegt die Quote sogar bei 6,1 Prozent. 5499 offene Stellen zählt aktuell die Bundesagentur für Arbeit im Elbe-Weser-Raum.

Bei den Erwartungen an das neue Jahr ist die Stimmung im Vergleich zum Vorquartal allerdings leicht gedämpft. 19 Prozent (Vorquartal: 25 Prozent) der regionalen Betriebe erwarten für das neue Jahr eine Verbesserung der Geschäftslage, dagegen sehen 17 Prozent (Vorquartal: 17 Prozent) eine Verschlechterung auf sich zukommen.

„Bei den Geschäftsrisiken werden am häufigsten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen benannt“, erläutert Zalewski. „Verwunderlich ist das nicht. Diskussionen zu Änderungen bei den Werkverträgen und der Zeitarbeit führen zu ersten Verunsicherungen bei den Unternehmen. Auch der Mindestlohn und die damit einhergehenden bürokratischen Aufwendungen haben die Betriebe bisher noch nicht verdaut. Abzuwarten ist, welche konkreten Erleichterungen das Bürokratieentlastungsgesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist, der Unternehmenspraxis bringt.“

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