Alter Standort beengt / Neubau wäre teuer, durch Altlasten beeinträchtigt

Idee: Schule Uphusen neben großer Sporthalle errichten

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Der Altbau, bedeutet Rektorin Haverkamp den Besuchern, sei kaum ausbaufähig. ·

Achim - Die Grundschule Uphusen könnte bald neben der Sporthalle am Arenkamp ihren Platz haben. Die Idee der Stadtverwaltung, einen Neubau nicht auf, aber nahe der Fläche mit den Altlasten im Erdreich zu errichten, stieß in der Sitzung des Schulausschusses des Rates am Dienstag zumindest auf Interesse.

Zuvor hatte Rektorin Bärbel Haverkamp den Ausschussmitgliedern bei einer Ortsbesichtigung aufgezeigt, dass die Schule an ihrem jetzigen Standort räumlich beengt und veraltet haust. Die neun Klassenräume für die neun Klassen würden auch von den zehn Arbeitsgemeinschaften mitgenutzt, oder aber die wachsenden extra Angebote der Schule, wie Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung, Selbstbehauptungstraining für Mädchen und Russisch-Unterricht für Einwanderer-Kinder, müssten in die kleine Aula, die Küche und den Medienraum ausweichen, berichtete Haverkamp. Als sie die Gruppe in den Lehrmittelraum für das Kollegium führte, war der Ausschuss einigermaßen fassungslos. „Das ist ja grottig hier, katastrophal“, entfuhr es Lars Gagelmann (WGA) bei der Besichtigung des düsteren Dachbodens.

Für den vorgesehenen, weitere Räume erfordernden Ganztagsschulbetrieb könne der Altbau „aus statischen Gründen“ nicht erweitert werden, informierte Steffen Zorn von der städtischen Grundstücks- und Gebäudeverwaltung. Die erste Alternative, ein größerer Neubau an der Stelle, würde den Schulhof und die Parkflächen verkleinern.

„Die Variante Arenkamp fand ich sehr charmant“, warf Rektorin Haverkamp mit Blick auf eine Verwaltungsvorlage ein. Doch das Gelände des alten Sportplatzes mit den schlummernden Altlasten käme für eine „hochwertige Nutzung als Schule“ nicht in Frage, stellte Zorn klar. „Das birgt unheimliche Risiken“, auch finanzieller Art; allein die Sanierungskosten werden auf mehr als fünf Millionen Euro geschätzt.

Stellvertretender Verwaltungschef Wolfgang Ritzenhoff brachte daher ein angrenzendes Areal an der Ecke Arenkamp / Klinkdamm als Standort für die neue Ganztagsgrundschule Uphusen ins Gespräch. Dort, neben der Sporthalle, könnte der „wenig genutzte Parkplatz“ wegfallen und ein der Stadt gehörendes Grundstück einbezogen werden. Um genügend Platz zu haben, müsste die Stadt allerdings auch noch eine benachbarte Fläche erwerben, räumte Ritzenhoff ein. Und auch, dass solch ein Schulneubau teuer werden würde und von der Stadt deshalb höchstens „mittelfristig“, nach der Verwirklichung der Ganztagsschule Bierden, zu stemmen wäre.

Aber selbst bei einem Schulbau ein Stück weg von der Altdeponie müsste der dekontaminierte Bereich ausgekoffert werden, merkte Steffen Zorn an. Und auch wenn nur Parkplätze auf den belasteten Flächen angelegt würden, wäre es notwendig, diese mit Folien abzudecken. Welcher Art und welchen Umfangs die Altlasten seien, solle bis zum Jahresende ermittelt werden, versprach Zorn.

Gagelmann fragte, ob die der Schule benachbarten Räume der Arbeiterwohlfahrt nicht genutzt werden könnten. „Dort stinkt es erbärmlich aus dem Keller“, winkte Haverkamp ab. Auch müssten dann ja neue Räume für die Awo gefunden werden, gab Achims Sozialfachbereichsleiterin Wiltrud Ysker zu bedenken.

Der Ausschuss folgte schließlich einstimmig dem Antrag der Vorsitzenden, Anne Quillfeldt (SPD), dass die Verwaltung nach einer „räumlichen Lösung“ suchen soll. Für die „Übergangszeit“ sollte die Stadt geeignete Räume anmieten. · mm

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