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Heimtücke, niedere Beweggründe: Prozessauftakt nach Doppelmord in Fischerhude

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Von: Wiebke Bruns

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eine Brücke über einem Bach, im Hintergrund ein Fachwerkhaus
Als es mit der Idylle kurzfristig vorbei war: An der Wümme liegt das Haus, in dem ein 64-Jähriger zwei Menschen ums Leben gebracht haben soll. © dpa

Ein knappes halbes Jahr nach dem zweifachen Mord in Fischerhude soll am Montag, 13. Juni, um 9.30 Uhr in der Verdener Stadthalle der Landgerichtsprozess starten. Vorgesehen ist eine außergewöhnlich umfangreiche Beweisaufnahme mit bislang 55 geladenen Zeugen. Laut dem Landgericht sind zudem fünf Sachverständige geladen und 32 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember eingeplant.

Verden/Fischerhude – Auf der Anklagebank: ein ehemaliger Unternehmer und Pferdezüchter. Einst erfolgreich, dann insolvent. Nach dem Verkauf seines Gestüts in Lilienthal durch den Insolvenzverwalter soll der 64-Jährige ohne feste Meldeanschrift gewesen sein. Aus Hass soll er am Nachmittag des 28. Dezember 2021 gemordet und dabei auch versucht haben, eine 53 Jahre alte Zeugin zu töten. Die Frau soll am Tattag bei den Getöteten zu Besuch gewesen sein. Dort ihre erkrankte 73 Jahre alte Cousine besucht haben.

Mordmerkmale sieht die Staatsanwaltschaft Verden als erfüllt an

Zunächst habe der Angeklagte den 56-Jährigen Sohn erschossen, dann die Waffe auf die 53-Jährige gerichtet und zuletzt mit einem Schuss das Leben der 73-Jährigen beendet. Heimtücke, Verdeckungs- und Ermöglichungsabsicht und niedrige Beweggründe - diese Mordmerkmale sieht die Staatsanwaltschaft Verden als erfüllt an und hat Anklage wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes erhoben.

Geständnis erst nach knapp einem Monat in U-Haft

Der Angeklagte konnte vom Tatort flüchten, beendete aber die umgehend eingeleitete Fahndung indem er sich am Vormittag des darauffolgenden Tages selbst der Polizei stellte. Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz richtete die „Mordkommission Wümme“ ein. Erst nach knapp einem Monat in U-Haft soll der 64-Jährige die Taten gestanden haben.

Nach der Tatwaffe hatte die Polizei mit Tauchern in der Wümme gesucht, in direkter Nähe des Tatortes. Einem idyllisch gelegene Fachwerkhaus, in dem die Getöteten lebten. Gefunden wurde die Waffe bei einem „nicht tatbeteiligten Dritten“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Warum mussten zwei Menschen sterben?

Am Montag wird der 64-Jährige aus der Justizvollzugsanstalt nach Verden zum Prozess der 10. Großen Strafkammer gebracht. Dort bekommt er die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Zu seinem Motiv und warum zwei Menschen sterben mussten.

Aus organisatorischen Gründen wird am ersten Tag, aber nicht immer in der Verdener Stadthalle am Holzmarkt verhandelt. Fortgesetzt werden soll am 27. und 29. Juni. Sitzungsbeginn ist jeweils um 9.30 Uhr. wb

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