525 Schnucken, 25 Burenziegen, zwei Hütehunde und ein Schäfer im Anmarsch auf Kirchlinteln

Heidebewirtschaftung nach altem Vorbild

Kirchlinteln - Ein Naturschauspiel der besonderen Art kann der Besucher der Hügelgräberheide in Kirchlinteln in den nächsten Tagen erleben. 525 graue, gehörnte Heidschnucken, 25 Burenziegen sowie zwei Hütehunde nebst Schäfer Jörk Hehmsoth rücken ab Sonnabend, 10. Juli, in die Hügelgräber Heide ein.

Hier sollen die Tiere die nächsten 14 Tage die Heideflächen beweiden. Dies hat zur Folge, dass die Heide auf natürliche Art und Weise „gemäht“ wird. Die gesamte Maßnahme steht im Management-Plan für das Naturschutzgebiet. Bisher durchgeführte Maßnahmen wie abmähen, abflämmen oder abräumen mit dem Bagger haben nur bedingt Erfolge gezeigt.

Bei der Bewirtschaftungsplanung kamen das Niedersächsische Forstamt Rotenburg, die Revierförsterei Spange und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Verden schnell überein, die Tradition des Vieheintriebes wieder aufleben zu lassen. In der Lüneburger Heide wird dieses Verfahren neben mechanischer Bearbeitung schon lange betrieben. Auch in Kirchlinteln wurde bereits im Dezember 2008 ein erster Erfolg mit dieser Bewirtschaftungsform erzielt.

Die landwirtschaftliche Nutzung der Heideflächen war früher allgemein üblich. Sie wurden gemäht, die Einstreu kam in die Ställe der Tiere und wurde anschließen als Dünger wieder ausgebracht. Alternativ wurde Vieh zum „grasen“ in die Heide eingetrieben.

Wichtig für die Heide ist, dass die einzelne Pflanze nicht „zu alt“ wird. Dann verholzt sie und ihr Wachstum lässt nach. Wird sie mechanisch oder durch Schnuckenmäuler abgemäht, verjüngt sie sich und man darf auf eine schöne Heideblüte im Herbst, spätestens aber im nächsten Jahr hoffen.

Zusätzlicher positiver Aspekt der biologischen Landschaftspflege ist die Schonung der sonstigen Lebewesen. Eidechsen, Schlangen, aber auch bestimmte Insekten sind bei der mechanischen Bearbeitung oder beim Abbrennen der Heidefläche potentiell gefährdet, dies bleibt bei der jetzt ausgewählten Pflegemaßnahme aus.

Zusätzlicher positiver Aspekt: Das jetzige biologische Pflegeprogramm ist auch noch finanziell aufzubringen. Mechanische Verfahren „fressen“ schon beim An- und Abtransport von Gerät eine große Menge der zur Verfügung stehenden Mittel.

Der Schäfer und Eigner der zertifizierten Bio-Herde steht interessierten Besuchern für Fragen gern zur Verfügung. Damit diese Maßnahme ein voller Erfolg wird, bitten die Verantwortlichen um Verständnis für folgende Regelungen bezüglich des Betretens der Hügelgräber Heide in Kirchlinteln: In der Zeit vom Sonnabend, 10. Juli, 7 Uhr, bis voraussichtlich Sonnabend, 24. Juli, 18 Uhr, wird über das Naturschutzgebiet Hügelgräberheide in Kirchlinteln ein absolutes Betretungsverbot für Hunde verhängt.

Für den gleichen Zeitraum gilt in der Zeit von 18 Uhr bis 7 Uhr des folgenden Tages ein absolutes Verbot für jegliches Betreten oder Befahren. In den Abend- und Nachstunden brauchen die Tiere ihre Ruhe. Die Einhaltung dieser Verbote werden von Polizei sowie Forst- und Naturschutzbehörde streng überwacht. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

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