Die Ergebnisse des Fachkräfte-Monitorings / Vorteile für Zentren

Hauptsache Spaß am Beruf

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Jörg Lennardt stellt die Ergebnisse der Befragung von Unternehmern und Schulabgängern vor. ·

Landkreis - „Der Landkreis Verden ist der erste in der Bundesrepublik, der das Thema angeht“, lobte ExperConsult-Berater Jörg Lennardt die Initiative der Fachkräfteoffensive des Landkreises.

Obwohl die Entwicklung im Kreisgebiet noch vergleichsweise positiv verlaufe, seien Unternehmen gerade im ländlichen Raum gefordert, sich auf die Folgen des demografischen Wandels einzustellen. „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist die zentrale Aufgabe der Zukunft für jedes Unternehmen, aber auch für den Landkreis als Wirtschaftsraum“, bestätigte ihm Wolfgang Reichelt, Präsident des Unternehmensverbandes Rotenburg-Verden.

Erster Schritt für die Entwicklung von Strategien ist die Ermittlung von verlässlichen Daten über den Zustand und die künftigen Bedarfe im Landkreis. Ein Fachkräftemonitor wurde erstellt, und 1200 Unternehmen und 3500 Schülerinnen und Schüler im Kreisgebiet befragt. „Im Vergleich war die Resonanz bei den Firmen noch ganz gut“, wusste Lennardt aus Erfahrung. Mit einem Rücklauf von 14 Prozent der Fragebögen war er zufrieden.

Seine Auswertung des Datenmaterials, die er in der Monitoringveranstaltung im Kreishaus präsentierte, sprach dann eine deutliche Sprache. Bis zum Jahr 2020 müssten 961 Akademiker in Betrieben im Landkreis ersetzt werden, die in den Ruhestand gehen werden. Immerhin 37 Prozent des jetzigen Bestandes. Außerdem erreichten 6107 Nichtakademiker das Rentenalter, für die die Firmen neue Kräfte finden müssen. Gleichzeitig, so berichtete Lennardt, sinke die Zahl der Bewerber auf Ausbildungsstellen kontinuierlich. Bereits heute, so seine Auswertung, könnten Berufsausbildungsstellen nicht besetzt werden. Allerdings sei es verfrüht, deswegen von einem verschärften Fachkräftemangel im Kreis zu sprechen.

Zur Bewertung der Daten sei aber zu berücksichtigen, dass die Entwicklung nicht nur auf den Landkreis beschränkt ist, sondern bundesweit beobachtet wird. Bei dem zu erwartenden Wettbewerb um Fachkräfte könne der ländliche Raum das Nachsehen haben. Ein Beispiel lieferte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Verdener Agentur für Arbeit, Joachim Duensing. Während Fachkräftemangel in München derzeit überhaupt kein Thema sei, leiden Städtchen in Thüringen bereits jetzt sehr unter der Bevölkerungsentwicklung.

Hintergründe lieferte Lennardt aus seiner Auswertung der Schülerbefragung. Danach waren sich nur 45 Prozent der Jugendlichen sicher, im Landkreis bleiben zu wollen. Bei ihrer Entscheidung über den Wohn- und Arbeitsort legten sie besonders Wert auf Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsmarktchancen. Der künftige Beruf allerdings müsse vor allem Spaß machen, hätten immerhin 85 Prozent der 1460 Schüler geantwortet, die ihren Fragebogen abgegeben haben. Das gute Betriebsklima, Entscheidungsfreiheit und Weiterbildungsmöglichkeiten hätten dabei einen hohen Stellenwert gehabt.

Weitere Aspekte für die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Arbeits- und Wohnort sehen die Analysten aber auch im Umfeld, in den weichen Standortfaktoren wie Bildungsangebot, Infrastruktur und Kultur. Also alles, was für das Leben der Familien Bedeutung hat. Hier haben die Zentren mit einem größeren Angebot einen Wettbewerbsvorteil. · kle

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