Tolle Premiere von „Duppelt Glück“: Publikum erlebt mitreißendes Schauspiel

Mal hagelt es Ohrfeigen, dann mal wieder Küsse

Leon (Lars Lorenzen, rechts) hat zugeschlagen: Sein vermeintlicher Freund (Guido Kedenburg) liegt am Boden, Zimmermädchen Valerie (Andrea Ellmers) ist entsetzt.
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Leon (Lars Lorenzen, rechts) hat zugeschlagen: Sein vermeintlicher Freund (Guido Kedenburg) liegt am Boden, Zimmermädchen Valerie (Andrea Ellmers) ist entsetzt.

Daverden - Von Inka SommerfeldDer Freilichtbühne Daverden ist eine Meisterleistung gelungen: Die Akteure auf, hinter und neben der Bühne überzeugten bei der Premiere der plattdeutschen Komödie „Duppelt Glück“. Mitreißendes Schauspiel, das raffiniert gestaltete Bühnenbild und die packende Inszenierung von Regisseurin Brigitte Schönecker bescherten dem Publikum am Sonnabend im Daverdener Holz einen amüsanten Theaterabend.

Hervorragend die Maske: Guido Kedenburg und Peter Hellwinkel, die die Zwillingsbrüder mimten, waren kaum auseinander zu halten – was dunkle Perücken, identische Brillen und die gleiche Kleidung bewirkten. Stimmung auch vor Beginn des Stücks und in den Pausen: Die Blaskapelle des TSV Daverden unter Leitung von Hermann Wahlers unterhielt mit flotter Musik. Die Zuschauer waren hellauf begeistert und dankten mit kräftigem Applaus.

Freilichtbühnen-Vorsitzender Volker Penczek begrüßte das Publikum zur „Uraufführung auf Plattdeutsch“, und Heino Buerhoop, der den Dreiakter ins Plattdeutsche übersetzt hatte, war zu dem Ereignis extra aus Brake angereist – und sehr angetan.

Hoch und heiß ging es her in dem turbulenten Stück. Das doch recht beschaulich begann: Hotelbesitzerin Florentine (Elke Kopp) und ihr Sohn Herr Reiter (Guido Kedenburg) haben Zimmermädchen Valerie (Andrea Ellmers) angestellt, die pflichtbewusst und freudig ihre Arbeit macht. Lästig nur Herr Reiter, der der hübschen jungen Frau nachstellt – und dafür Ohrfeigen kassiert.

Stammgast ist der schwerhörige Vikar (Johann Krüger), der sich jedes Jahr zur selben Zeit einmietet, um Florentine geistlichen Beistand zu geben. Denn Herr Reiter hat einen Zwillingsbruder, der bei der Taufe vor vielen Jahren verschwunden ist. Ihm zum Gedenken nannte Florentine ihren verbliebenen Sohn David. Was natürlich für Verwirrung sorgt.

Doch erst einmal platzt Valeries lebenslustige Zwillingsschwester Vanessa (Fenja Meyer) herein, die eine Unterkunft für die Nacht braucht – und sich im einzigen freien Zimmer einquartiert. Die unverhoffte Besucherin, charakterlich ganz das Gegenteil der tugendhaften Valerie, flirtet mit Herrn Reiter, was das Zeug hält. Der ist über den Sinneswandel des Zimmermädchens erstaunt – mal Ohrfeigen, mal Küsse –, kommt aber nicht hinter das Geheimnis der Schwestern. Auch die kontrollwütige Florentine blickt nicht durch, sondern belegt ihre Angestellte mit üblen Schimpfwörtern und ergeht sich in Selbstmitleid: „Das Leben ist ein Trauerspiel.“

Noch mehr Leben kommt ins Hotel, als weitere nächtliche Gäste hereinschneien: David (Peter Hellwinkel), der vor einigen Stunden geheiratet hat und seine Hochzeitsnacht ohne seine Ehefrau Angelina (Katrin Lange-Spreckels) verbringen muss – die kam plötzlich ins Krankenhaus. Der jung Vermählte wird von seiner keifenden Schwiegermutter Marie (Petra Warnke) und seinem braven Trauzeugen Leon (Lars Lorenzen) überwacht; ist er doch ein Schwerenöter, ganz wie sein Bruder. Und so hagelt es auch für ihn mal Ohrfeigen, mal Küsse.

Niemand kann die beiden Zwillingspärchen auseinanderhalten – das Hotel wird zum Tollhaus. Es wird immer verwirrender und verzwickter, das Tempo zieht an: Jeder huscht, schleicht und stapft im Sekundentakt von einem Zimmer ins nächste, Gäste werden eingeschlossen, die Hotelchefin ist am Verzweifeln, Koffer verschwinden und tauchen wieder auf, Gäste laufen im biederen Schlafanzug, im sexy Nachthemd oder in bunter Unterwäsche umher, der Vikar versteht die Welt nicht mehr und flüchtet sich in Bibelverse – das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Perfekt das Timing der Schauspieler, die im richtigen Moment oben und unten aus Zimmern und Kammern auftauchten und wieder verschwanden – wer ist mit wem in welchem Zimmer? Das Leben ist ein Trauerspiel? Nicht für das Publikum.

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