Fachhochschule Ottersberg stellte gestern neue Aula vor / Für 100 000 Euro runderneuert / Flexibel bespielbare Fläche

Haariger Bühnenabriss und „schlagende Beweise“

Rektor Peer de Smit und Geschäftsführer Albrecht Lampe (v.re.) bedankten sich bei Ottersbergs Sparkassenchef Stephan Hildebrandt und Bürgermeister Horst Hofmann für die finanzielle Unterstützung durch Sparkassenstiftung und Gemeinde beim 100 000-Euro-Umbau der Fachhochschulaula.

Ottersberg - (pee) · Als der gigantische Betonsockel, der 34 Jahre die Bühne verkörperte, demontiert war, ohne dass der Rest des Gebäudes einstürzte, fiel den Verantwortlichen ein nicht weniger schwerer Brocken vom Herzen.

Inzwischen sind die Widrigkeiten des Aula-Umbaus im Altbau der Fachhochschule Ottersberg am Wiestebruch vergessen. Bei der gestrigen offiziellen Einweihung der runderneuerten Versammlungs- und Theaterhalle konnten Peer de Smit, Rektor der Fachhochschule Ottersberg, und Geschäftsführer Albrecht Lampe die statischen Gefahren der Abrissarbeiten schon als Anekdote zum Besten geben.

Eingeladen hatten sie, um den finanziellen Förderern des 100 000-Euro-Projekts zu danken und das fertige Werk vorzustellen. Zum Empfang tanzten Studierende des Studiengangs Theater im Sozialen einen martialischen Kriegstanz der Maori, der auch als Begrüßungsritual ordentlich Eindruck machte, und zeigten mit Dozent Hans-Joachim Reich eine spektakuläre Unterrichtseinheit im Theaterstockkampf.

Die raumgreifende Darbietung mit wirbelnden Stöcken nannte Rektor de Smit den buchstäblich „schlagenden Beweis, dass der Umbau dringend gebraucht wurde“. In der alten Aula sei diese Form der studentischen Ausbildung unmöglich zu bewerkstelligen gewesen. Die alte Aula von 1976 bestand auf der einen Seite aus einem Ungetüm von Podestbühne, besagtem Beton-Monolith, und auf der anderen Seite aus einer Tribüne – „zwei sich gegenseitig totschlagende Konstruktionen“, so de Smit. Die radikale Trennung von Bühnen- und Zuschauergeschehen ist passé: „Jetzt haben wir einen flexibel bespielbaren Raum mit durchgehendem Holzfußboden und mobil einsetzbarer Tribüne“, schwärmte der Hochschulrektor. Die weite, lichte Aula mit ihrem neuen Parkett und neuem Beleuchtungssystem ist in verschiedenen Konstellationen vielfältig nutzbar für Theater, Vorträge, Lesungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit – und sie entspricht dem, was die angehenden Kunsttherapeuten und Theaterpädagogen in der Berufswelt erwartet: „Unsere Studenten müssen sich in ihrer Arbeit mit leeren Räumen improvisatorisch auseinander setzen können“, betonte de Smit.

Eine bauliche Investition von über 100 000 Euro (plus so einigen Euro an Eigenleistungen) „per Kredit zu erledigen“, sei nicht Philosophie der Ottersberger Fachhochschule, erklärte Geschäftsführer Lampe zur Finanzierung. Stattdessen habe sich die Schule unter dem regionalwirtschaftlichen Aspekt um Partner und Förderungen bemüht und dabei ihr Selbstverständnis als Wirtschaftsfaktor der Region in die Waagschale geworfen. Rund 80 000 Euro der Gesamtkosten konnten so nach Lampes Worten über Zuschüsse und Zuwendungen finanziert werden. Hauptsponsor war ein Darmstädter Software-Entwicklungsunternehmen. Jeweils 10 000 Euro steuerten die Gemeinde Ottersberg und die Stiftung der Kreissparkasse Verden bei, wofür Bürgermeister Horst Hofmann und Ottersbergs Sparkassenchef Stephan Hildebrandt gestern den Dank der Schule entgegen nahmen.

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