Nach Rundumerneuerung enorm energiesparend und umweltfreundlich / Ende der Ära Quaschner

„Grünes“ Achimer Krankenhaus

Krankenhaus-Historiker Bruno Kitow, Architekt und Künstler Günter Möhrmann und Stadtarchivar Karlheinz Gerhold haben am Eingang des Krankenhauses eine Foto-Collage zur Geschichte des Hauses geschaffen, die schon große Beachtung findet.

Achim - Von Manfred Brodt · Mit dem weitgehend geschaffenen „grünen“, energiesparenden Achi mer Krankenhaus verabschiedete sich jetzt der Geschäftsführer der Aller-Weser-Klinik, Peter Quasch ner, der im Oktober seine neue Chefstelle im Universitätsklinikum Greifswald antritt.

Eins seiner letzten Projekte war die energetische Sanierung des 1979 erbauten großzügigen Achimer Krankenhauses federführend durch die Firma Siemens, bei der die Investitionen in die Heiz-, Kühl-, Lüftungs- und Steuerungstechnik inklusive Kraft-Wärme-Koppelung und Wärmedämmung durch die in kommenden Jahren eingesparten Energieausgaben finanziert werden und die erstaunliche Erfolge zeitigt. So ist es, wie Firmenvertreter Ulrich Schmöe jetzt beim Festakt für das „grüne Krankenhaus“ in der neugestalteten Eingangshalle ausführte, gelungen, den Energieverbrauch mehr als zu halbieren, bei der Wärme 40 Prozent und beim Strom gar 74 Prozent einzusparen. Der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids wurde um 55 Prozent auf 1 201 Tonnen im Jahr verringert. So ist es kein Wunder, dass das Krankenhaus das Siegel des BUND mit Bestnoten bekommen hat.

Nicht die einzige Errungenschaft in der dreieinhalbjährigen Ära Quaschner, wie Landrat Peter Bohlmann und Achims Bürgermeister Uwe Kellner jetzt mit Dank feststellten.

Der scheidende Geschäftsführer selbst hatte geschildert, wie er 2007 die überschuldeten, investitionsunfähigen, schlecht nachgefragten 150-Betten-Krankenhäuser in Achim und Verden mit der Konkurrenz der Kliniken in Bremen und den drohenden Rhön-Kliniken südlich von Verden übernommen hatte.

Um den „diagonalen Patienten“, der aus der Arztpraxis, anderen ambulanten Einrichtungen oder der Rehabilitation kommt, bemühte man sich verstärkt durch den Ausbau der Grund- und Regelversorgung, durch die Verschmelzung der ambulanten und stationären Versorgung und durch die Spezialisierung der Häuser mit hochgeschätzten Fachärzten und modernsten Untersuchungsgeräten.

In Achim sind wie in Verden die Einrichtung der Notfallpraxis, die Plastische Chirurgie, der gekaufte Kassensitz der Neurochirurgie, die urologische Hauptabteilung, die orthopädische Praxis und die geplante gynäkologische Praxis Beispiele dafür, während nach vielen Erneuerungen in Verden man sich dort durch das neue Gesundheitszentrum viel verspricht.

Unter dem Geschäftsführer Quaschner und der ProDiako gelang es, das Defizit der Klinik von 3,4 Millionen Euro auf zuletzt 1,1 Millionen Euro um zwei Drittel zu verringern. Dazu trugen auch Einkommensopfer der Belegschaft bei.

Durch den Einstieg des Evangelisch-Lutherischen Diakonissen-Mutterhauses als viertem Gesellschafter nach dem Landkreis Verden und den Städten Achim und Verden soll der Aller-Weser-Klinik zukünftig eine noch bessere Eigenkapitalbasis verschafft werden.

Quaschner gab seinem Nachfolger schon einmal die nächsten dringenden Aufgaben mit auf den Weg wie die Stabilisierung der Personalsituation in der Inneren Medizin, die Ausweitung der stark nachgefragten OP-Kapazitäten und die Einrichtung einer Dialysepraxis in Achim. Mit behindertengerechtem Eingang und neuer Cafeteria gewinnt das Achimer Haus derzeit.

Seinen Humor hat der bekennende Schalker Quasch ner nach seiner Mission Aller-Weser-Klinik nicht verloren: „Als ich hier anfing, waren wir drei Meter unter der Erde. Der Krankenwagen fuhr an uns vorbei. Jetzt leben wir und sind voll verkabelt auf der Intensivstation.“

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