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Großes Theater mit kleinem Abo in der neuen Verdener Spielzeit

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Von: Antje Haubrock-Kriedel

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Eine Frau sitzt in einem historischen Stuhl und hält ein Prospekt in den Händen. Dabei lächelt sie in die Kamera.
Von der Auswahl der Stücke überzeugt: Gesine Ahlers präsentierte das Programm der neuen Spielzeit. © Haubrock-Kriedel

Verden – Die neue Spielzeit steht vor der Tür und der Theaterbeirat der Stadt Verden präsentiert sein Programm. Eine sehenswerte Auswahl von Stücken haben die ehrenamtlichen Mitglieder für die Saison Theatersaison 2022/2023 zusammengestellt, die ab September in der Stadthalle aufgeführt werden. Wie gewohnt ein Mix aus Klassik, moderner Klassik, Zeitgenössischem und Kabarett.

„Dieses Programm ist stark von Corona bestimmt, einige bereits gebuchte Stücke wurden kurzfristig abgesagt. Wir finden, dass es aber trotzdem ein tolles Programm geworden ist“, sagte Gesine Ahlers, als sie die Auswahl im Rathaus vorstellte. Die Pandemie sei auch der Grund, weshalb es in diesem Jahr kein großes Abo, sondern nur ein Mini-Abo gibt. Anders als in den Jahren zuvor können die Stücke für das Abo nicht frei gewählt werden. Der Theaterbeirat musste sie festlegen. „Die Aufführungstermine sind im September, März und April. Wir hoffen, dass es in dieser Zeit keine pandemiebedingten Einschränkungen gibt“, so Ahlers. Allerdings sei man auf Nummer sicher gegangen und habe in Absprache mit der Stadthalle auf volle Bestuhlung verzichtet. Pro Aufführung stehen circa 250 Plätze zur Verfügung.

Großes Theater mit Hamlet

Bereits zum Auftakt am 29. September gibt es mit Hamlet ganz großes Theater, aufgeführt vom Theater für Niedersachsen. Shakespeares berühmtestes Stück ist Familientragödie, Politthriller und Psychodrama zugleich. Die Geschichte rund um den Prinzen Hamlet, der, getrieben von Trauer, Wut und Rachedurst wegen des feigen Mordes an seinem Vater alle ins Unglück stürzt, verspricht pure Emotion und psychologische Tiefe. „Hamlet ist im nächsten Jahr Abiturthema. Wir hoffen daher, dass auch viele junge Leute ins Theaterkommen“, so Ahlers.

Gleich noch einmal Shakespeare gibt es am 3. November als Einzelveranstaltung. Die bremer shakespeare company zeigt die Komödie Maß für Maß. Shakespeares fiktives Wien ist eine moralisch heruntergekommene Metropole, in der sich zwielichtiges Gesindel breitgemacht hat. In der Inszenierung von Stefan Otteni wird das Verhältnis von Volk und Staat ausgelotet. Soll ein Volksvertreter das Volk gängeln oder geißeln, um Gesetze durchzusetzen? Und wer ist eigentlich das Volk? Fragen, die Shakespeare in seiner dramatischen Komödie auflöst und die heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Mexikanische Ikone Frida Kahlo

Ebenfalls frei gebucht werden kann das Schauspiel Frida Kahlo von Maja Delinic und Janin Lang, das die Burghofbühne Dinslaken am 1. Februar aufführt. Das Schauspiel zeichnet das Leben der 1907 geborenen Mexikanerin nach, die das Leben, die Kunst und die Liebe liebte. Kahlo machte sich nicht nur als Malerin einen Namen, sondern auch als emanzipierte Frau, die sich für Frieden und Freiheit stark machte.

Das zweite Stück im Mini-Abo wird am 22. März ebenfalls vom Theater für Niedersachsen gespielt. Der Teufel und der liebe Gott ist ein Schauspiel von Jean Paul Sartre. In der Zeit der deutschen Reformation und der Bauernkriege versucht der Feldherr Götz stets Böses zu tun, um Gott herauszufordern. Später überzeugt ihn der Revolutionär Nasty davon, dass er mit seinem Verhalten nur die vorhandene Ordnung stützt. Von da an versucht Götz, nur Gutes zu tun, doch auch damit ist ihm kein Erfolg beschieden. Das Meisterwerk des Schriftstellers und Philosophen Jean Paul Sartre besticht mit messerscharfen Dialogen, spannenden Charakteren und aktuellen Fragen über Moral und soziale Gerechtigkeit.

Spott und Songs mit Jess Jochimsen

Im Mini-Abo darf natürlich auch Kabarett nicht fehlen. Am 22. April gastiert Jess Jochimsen mit seinem neuen Programm in der Stadthalle. Er präsentiert mit beißendem Spott und leiser Nostalgie eine Mixtur aus Zwerchfell erschütternden Geschichten, schlimmen Dias und sterbensschönen Songs –staubtrocken, liebevoll und sehr komisch.

Der Vorverkauf für das Mini-Abo hat am 15. August begonnen. Die Karten kosten 45 bis 63 Euro, ermäßigt 36 bis 54 Euro. Der Verkauf für die Einzeltickets beginnt am 29. August, Karten gibt es von 18 bis 25 Euro, ermäßigt von 15 bis 22 Euro.

„Der Vorverkauf für die Mini-Abos ist gut angelaufen. Wir hoffen, dass viele Menschen ins Theater kommen und wir in der nächsten Saison wieder beide Abos anbieten können“, sagt Gesine Ahlers zuversichtlich.

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