Hooligan-Band „Kategorie C“ spielte vor speziellem Publikum / 80 Polizisten im Einsatz

Große Beunruhigung um Konzert in Blender

Spezielles Publikum kam zum Konzert der nicht unumstrittenen Band.

Blender - (wb) · Rund 80 Polizeikräfte waren Samstagnacht wegen eines Konzertes in der Gaststätte „Zur Blender Mühle“ im Einsatz. Dort spielte die Bremer Hooligan-Band „Kategorie C“. Der Bandname soll von der Einordnung der Polizei von Fußballfans in unterschiedliche Kategorien stammen.

Kategorie C sind die „gewaltsuchenden Fans“, dementsprechend war nicht nur musikalisch einiges von dem Konzert zu erwarten.

„Aus Sicherheitsgründen“, so schreibt es die Band auf ihrer Homepage, gebe man immer erst am Mittag eines Konzerttages den Ort bekannt, an dem man abends auftritt. Man werde dazu gezwungen, weil man der „Staatsfeind Nr. 1“ sei. Gleichzeitig ist die Rede von „angemeldeten und genehmigten Konzerten“. Ob für Blender eine entsprechende Anmeldung vorlag, war am Sonntag nicht zu erfahren, muss aber bezweifelt werden, denn die Polizei erklärte auf Nachfrage, dass sie erst Samstagnachmittag davon erfahren habe.

Gastwirt Patrick Treis sagte unserer Zeitung gestern auf Nachfrage, dass er im Vorfeld nichts von dem Auftritt der Band Kategorie C gewusst habe. Diese sei ihm auch bislang kein Begriff gewesen. Ein Anrufer aus Verden habe den Saal mieten wollen, um dort das Spiel Werder Bremen gegen HSV zu sehen, anschließend sollte eine „Hartrockband aus Achim“ auftreten. Eine „Hobby-Band“, so Treis.

Am Samstagnachmittag habe er erkannt, dass das Klientel der Gäste schon ziemlich speziell war. Es seien aber nicht Glatzen gewesen, sondern auch „Langhaarige und Jugendliche“ dabei gewesen.

Am frühen Abend seien jedoch immer mehr Gäste eingetrudelt, die auch Anwohner der rechtsextremen Szene zuordneten. Treis sagte, dass er dann nur noch gedacht habe: „Augen zu und durch“. Absagen, habe er da nicht mehr gekonnt.

Es sei aber alles friedlich ohne jegliche Randale verlaufen, so der Wirt. Noch einmal würde er an diese Leute den Saal nicht vermieten. Es sei schon „sehr rustikal“ gefeiert worden, und sein Lokal sei nun mal „kein Konzertsaal“. Treis betont, dass er weder der rechten noch der Hooligan-Szene angehöre.

Dass die Gäste eher dem rechten als dem linken Spektrum zuzuordnen sind, war nicht zu überhören. Die Masse grölte unter anderem lautstark: „Hasta la Vista Antifaschista“.

Kenner der Szene wollen unter den Gästen bekannte Personen aus dem Hooligan-Millieu, der NPD Verden, der norddeutschen Kameradschaftszene und dem Umfeld der Hells Angels erkannt haben.

Viele Gäste trugen T-Shirts der Band Kategorie C, aber auch welche mit der Aufschrift „Nahkampf“. Hierbei soll es sich um eine 1989 in Bremen gegründete Untergrundband handeln, die dem inzwischen verbotenen Netzwerk „Blood & Honour“ nahe stand.

Die Polizei hielt sich im Hintergrund, führte aber später Verkehrskontrollen an den Zufahrtsstraßen durch. Beobachter berichteten unsrer Zeitung gestern, dass sich zwei Personen beim Besteigen einer Stretch-Limousine mit dem Hitlergruß verabschiedet haben sollen.

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