Neuer Bahnübergang in Dörverden / Bauprojekt aus vielen kleinen Puzzleteilen

„Größte Herausforderung ist die Koordination“

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Westlich der Gleise wird das Widerlager verschalt.

Dörverden - Wer am Dörverdener Bahnhof vorbeifährt, kann aus den Augenwinkeln erahnen, was sich dort dieser Tage tut. Das Millionenprojekt, der Bau einer Brücke über die Gleise und einer Unterführung für die Fußgänger, ist voll im Gange. „Wir sind mittendrin“, sagt Andreas Stein vom Landkreis, der als Projektleiter für den Bau der Überführung zuständig ist. Die Unterführung, die ebenfalls große Fortschritte macht, liegt in erster Linie in den Händen Deutschen Bahn AG. In einem guten Jahr, so hofft man, soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein.

Nachdem es zuvor bereits umfangreiche Arbeiten der Bahn an den Oberleitungen gegeben hatte, begannen die eigentlichen Maßnahmen für die Überführung im Mai dieses Jahres. Selbst für die Experten vom Landkreis ist der Bau der Brücke eine gewisse Herausforderung. Das liegt nicht nur an der schieren Größe des Projektes – die neue Streckenführung ist 900 Meter lang, die Brücke wird sieben Meter hoch – sondern auch an den vielen kleinen Nebenbaustellen. „Die Koordination ist die größte Herausforderung“, erklärt Stein. Alles müsse einem strikten Zeitplan folgen.

Das liegt vor allem daran, dass bestimmte Maßnahmen nur während der seltenen Sperrpausen erledigt werden können. Das heißt, dass der gesamte Bahnverkehr für einige Stunden voll gesperrt wird. „In dieser Zeit versuchen wir, so viel wie möglich zu schaffen“, so Stein. Die nächste Sperrpause ist im Dezember.

Es ist gut zu erkennen, wo die neue Kreisstraße 15 verlaufen wird. Die Strecke ist bereits ausgeschoben worden. Auch das Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 8000 Kubikmetern sowie das kleine Vorschaltbecken sind so gut wie fertig.

Der Blickfang ist das bereits fertige Widerlager B, östlich der Gleise (Richtung Westen). Der beeindruckende Betonklotz wird nach Fertigstellung der Brücke kaum noch zu sehen sein, da um ihn herum ein Erdwall aufgeschüttet wird. „In die Brückenrampen werden rund 55 000 Kubikmeter Sand eingebaut“, weiß Werner Stadtlander, stellvertretender Fachdienstleiter für den Bereich Verkehrstechnik beim Landkreis. Auf der Ostseite laufen die Vorbereitungen für die Aufschüttungen. „Der Boden muss gründlich verdichtet werden, da sind wir gerade dabei“, erklärt Bauwart Karl-Heinz Döpke. Diese Arbeiten stehen auf der Westseite noch nicht an, dort ist das Widerlager zwar schon verschalt, aber noch nicht mit Beton ausgegossen.

Der verschwenkte Straßenverlauf der Kreisstraße 15 erhält eine 6,50 Meter breite Fahrbahnbefestigung und einen Radweg. Die Fläche, wo die neue Straße an die alte mit einem Kreisverkehr angeschlossen wird, an der Ecke Im Kleinen Moor, ist bereits ganz gut zu erkennen. Die alte Teilstrecke soll nach Abschluss der Bauarbeiten zu einer Gemeindestraße herabgestuft werden. „Vorher werden wir die aber noch sanieren“, so Stadtlander. Der bis dahin beschrankte Bahnübergang wird begrünt, ein Durchkommen ist dann nicht möglich.

„Die Anwohner zeigen Verständnis“, berichtet Stadtlander. Staub, Lärm, auch nachts und an Wochenenden, und für einige wenige auch längere Wege, werden in Kauf genommen. „Manchmal müssen wir Ausgleichsmaßnahmen schaffen“, so Stadtlander. Sei es, eine Zufahrt zu verschwenken oder in einem Fall sogar einen Pferdestall, der im Weg stand, an anderer Stelle neu aufzubauen.

Bahn, Bund und Landkreis teilen sich die Kosten zu jeweils einem Drittel. Die Gesamtkosten für Über- und Unterführung betragen zirka 9,3 Millionen Euro. Der Anteil des Landkreises wird zu 75 Prozent vom Land bezuschusst. · rei

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