13-jährige Harfenistin bezaubert als Solistin im Ottersberger Kammerorchester

Glitzernde Klanggespinste

Begeisterte in der Fischerhuder Kirche: das Ottersberger Kammerorchester. ·
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Begeisterte in der Fischerhuder Kirche: das Ottersberger Kammerorchester. ·

Fischerhude - Von Ilse Walther. Den Abschluss seiner Mini-Tournee feierte das Ottersberger Kammerorchester am Samstagabend in der Fischerhuder Liebfrauenkirche – und auch in ihrem diesjährigen Sommerkonzert beeindruckten die Laienmusiker um ihren Dirigenten Clive Ford mit einem besonderen Programm und einer engagierten Leistung.

Das Ensemble spielte auf gewohnt hohem Niveau, intonationsrein und klangschön. Kleine Unebenheiten wurden sofort ausgeglichen. Auffallend wieder die überaus homogen musizierenden Streicher. Die Bläser hatten viele fein ausgefeilte Solopassagen, die sie wunderschön auskosteten.

Die Ouvertüre im Italienischen Stil D 591 von Franz Schubert eröffnete den Abend. Nach getragenem Beginn und raschem tänzerischen Teil entwickelte das Orchester das Stück immer weiter mit kräftigen Akkorden, federleichten Violinpassagen und quirligen Bläsersoli bis zum Schluss.

Ausgesprochen farbig gestaltete das Kammerorchester das Andantino aus der Ballettmusik II aus Rosamunde D 797, Nr. 9, ebenfalls von Franz Schubert – reizvoll in den Wechselspielen zwischen Bläsern und Streichern, präzise in den Akzenten und spannungsreich bis zum Finale.

Eine echte Entdeckung war die erst 13-jährige Harfenistin Johanna Görißen, die schon profimäßig, dabei aber mit jugendlicher Spontaneität den anspruchsvollen Solopart des bezaubernden Konzerts für Harfe und Orchester A-Dur von Carl D. von Dittersdorf mühelos, sicher, behutsam phrasiert und transparent musizierte. Ihre Läufe glitzerten, sie entwickelte wahre Klanggespinste. In dem schön begleitenden Orchester, von Clive Ford unauffällig, aber sorgfältig geleitet, hatte die Solistin einen souveränen Partner. Allein schon die leichtfüßige Orchestereinleitung bezauberte, und wie sich über einem Oboensolo die Harfe duftig einfügte, beglückte die Zuhörer. Orchester und Solistin steigerten sich immer weiter – Rokoko pur mit subtilen Dialogen und überaus farbigen Zwischenspielen. Der lange und herzliche Beifall war nur zu berechtigt, und dafür bedankte sich die junge Solistin mit dem quirligen Feuertanz von David Watkins, perfekt musiziert – ganz großartig.

Stimmungsvoll boten die Streicher zwei Titel aus Filmmusiken von P. Sharma: „Indian Summer“ in engen ruhigen Akkorden und „Horizon“ mystisch und mit einem ungewöhnlichen laufenden Pizzicato am Ende.

Temperamentvoll und voller Esprit gestalteten sich drei Titel aus der English-Folksong-Suite von R. V. Williams, mit großem Spaß vom Orchester musiziert, wobei gerade die Piccoloflöte durch die quirligen Soli viel Farbe in die Musik zauberte, die Oboe einen wehmütigen Gesang im „My Bonny Boy“ anstimmte und alle Bläser herrliche Soli hatten, überaus spritzig vom Orchester unterstützt.

Das Publikum brachte seine große Begeisterung lebhaft zum Ausdruck, und dafür musizierte das Orchester noch eine Bearbeitung einer Caprice von Max Reger, munter mit vielen absteigenden synkopischen Motiven geboten – ein gelungenes Konzert.

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