Elftes Westerncamp der Schwarzpulverunion Aller-Weser im Stadtwald

Mit Gewehr am Lagerfeuer

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Jens Brüggemann (l.) und Wulf Schlüter.

Verden - „Bei diesen Westerncamps treffen sich Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft. Sie wollen sich an längst vergangene und faszinierende Zeiten erinnern“, erläutert der 54-jährige Familienvater Wulf Schlüter aus Walsrode. Für etliche der Fans der Westernszene sei es aber ebenso wichtig, sich mit der Geschichte des Wilden Westens mehr oder weniger intensiv zu beschäftigen.

Der Physiker ist vor etwa acht Jahren zu den Westernfans in der Schwarzpulverunion Aller-Weser (SPU) gestoßen. Bei einem Urlaub in Schweden hatte er ein historisches Gewehr aus dem Jahr 1780 gekauft und suchte im Internet nach Möglichkeiten, mit dieser Waffe zu schießen. Bei einer Anfrage an die dem Verdener Schützenverein (VSV) angeschlossene SPU, die auf dem Schießstand des Vereins ideale Bedingungen vorfindet, wurde ihm davon abgeraten und emfohlen, sich Original-Nachbauten anzuschaffen.

Schon bald war er fasziniert von der Freizeitbeschäftigung etlicher SPU-Mitglieder. Sie versetzen sich für ein paar Tage in die Zeit des Wilden Westens und lassen damit den Alltagsstress hinter sich. Nach anfänglichen Bedenken hat Schlüter beim Westerncamp in Verden sein Zelt aufgeschlagen. Natürlich in einem der damaligen Zeit entsprechenden Outfit. „Die Kleidung als Trapper oder Waldläufer, die in den Zeiten der Besiedlung des Westens der USA unterwegs waren, entspricht aber mehr der Fantasie.“

Befreundet ist der Walsroder mit Jens Brüggemann aus Stuhr. Der Lkw-Fahrer ist ebenfalls mit dem „Western-Virus“ infiziert und SPU-Mitglied. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und hat sich die Kleidung eines Soldaten der Südstaatenarmee schneidern lassen. „Diese Uniform ist im Gegensatz zu meiner Kleidung authentisch“, so Schlüter. Seine humorvolle Ergänzung „für einen Sklaventreiber“ kontert Brüggemann mit der Feststellung, dass nur etwa acht Prozent der Südstaatler überhaupt Sklaven beschäftigten.

Insgesamt nahmen am elften Westerncamp der SPU auf dem Gelände des VSV-Schießstandes im Stadtwald etwa 150 Fans der Westernszene teil. Einige von ihnen reisten bereits am Montag an. Für sie alle hat die Zeit des Wilden Westens einen hohen Stellenwert. „Motivation und ein großer Spaßfaktor sind für uns außer der Beschäftigung mit der Geschichte noch das Lagerleben und das Schießen“, ergänzt Karl-Heinz Oster, Chef der SPU und einer der Initiatoren des Camps.

Westerncamp in Verden

Westerncamp in Verden

Das möglichst historische Outfit, zu dem Kleidung, Zelt und vielfach Mobiliar gehören, wird oft selbst hergestellt, und die Gewehre sind Nachbauten der „Donnerbüchsen“. Das Essen bereiten sich etliche Westernfans ebenfalls selbst zu. Über Feuerstellen brutzeln die Gerichte in Töpfen und Pfannen. „Wir genießen diese Zeit und die Lagerfeuerromantik. Wenn man nach so einer Woche zurück in den Alltag soll, wird das ganz schön schwer“, so Oster etwas wehmütig. ·

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