Leseprojekt „Oytinchen liest“ beginnt heute an allen Oytener Kindertagesstätten

Mit Geschichten zur Sprache

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Gudrun Schütte (Pädagogische Beraterin für Kindertageseinrichtungen in Achim, Oyten und Thedinghausen), Melanie Tams (Leiterin der Kindertagesstätte Bassen) und Jana Siegert-Bondzio (Leiterin der Gemeindebücherei Oyten) zeigen den Inhalt von einer der sechs Büchertaschen, die ab heute in den Oytener Kitas rotieren werden. ·

Oyten - „Sprache braucht Übung“, ist Gudrun Schütte, Fachberaterin für Kindertagesstätten in Oyten, Achim und Thedinghausen überzeugt. Und wie lässt es sich leichter und spielerischer mit Sprache umgehen, als über Geschichten?

In diese Richtung zielt das Projekt „Oytinchen liest“, das in Kooperation mit der Oytener Gemeindebücherei heute an allen sechs Kindertagesstätten (Kitas) in Oyten startet.

Dabei wählen die Kinder selbst ihr Lieblings-Bilderbuch unter etlichen Neuerscheinungen des Jahres 2012. Dafür muss im Vorfeld viel angeschaut und vorgelesen werden: 24 Bücher, die eine Jury aus Pädagogischer Fachberatung, Bibliotheks- und Kindergartenleitung ausgewählt hat, werden in einem Rotationsverfahren an allen sechs Oytener Kitas vorgestellt. Jeweils zwei Wochen lang beschäftigt sich jede Einrichtung mit einer Büchertasche, in der vier Bücher und eine Bewertungsmappe enthalten sind – darunter Titel wie „Die Maus sucht ein Haus“, „Ich bin der König“ und „Piraten-Manieren“. Anschließend gibt es das nächste Bücherpaket.

„Mit dem Projekt wollen wir Lust auf Bilderbücher machen“, sagt Gudrun Schütte. „Heutzutage sind Fernsehen und Hörmedien eine große Konkurrenz zur gesprochenen Sprache“, schildert sie die Problematik. „Wie erhalten die Kinder Lust zu Sprechen?“ Über Bilder finde ein Kind den Einstieg in eine Geschichte. Und durch das Vorlesen entstehe Kontakt zur geschriebenen Sprache. Darum fördert das Land Niedersachsen dieses Projekt finanziell im Rahmen des Konzepts „Sprachbildung in Kitas“ des Landkreises Verden.

Die Kinder vergeben für die Bücher Noten, die von einem („naja“) bis fünf Oytinchen („super“) reichen. Ende April geben die Kitas die Ergebnisse an die Jury. Eine Präsentation des Siegerbuches mit Feierstunde beim Bürgermeister ist für den 6. Juli geplant.

Wie sie das Projekt durchführen, bleibt den Kitas selbst überlassen. „Wir haben uns dafür entschieden, nicht der ganzen Gruppe, sondern sechs bis acht Kindern vorzulesen“, erzählt Melanie Tams, Leiterin der Kita Bassen. „Wir werden die Kinder sicher auch mal ein Bild zu einem Buch malen lassen und ihre Kommentare zu der Lektüre aufschreiben.“ Als Zielgruppe erschienen ihr die „Sandwichkinder“ im Alter von vier bis fünf Jahren geeignet. Denn die könnten bereits komplexere Zusammenhänge begreifen, seien aber noch nicht mit der Vorbereitung auf die Schulzeit befasst.

„Oytinchen liest“ liefert für die Oytener Kitas eine Ergänzung zu bereits bestehenden Formen der Lese- und Sprachförderung. So gibt es in der Gemeinde seit längerem die „Lesepaten“, Ehrenamtliche, die in verschiedenen Bildungseinrichtungen der Gemeinde vorlesen. · ldu

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