15-jähriger Achimer Daniel Hahnenfeld berichtet aus USA / 30 Grad im kalifornischen Januar / Riesen-Buschbrand lodert

Der gesamte Horizont vom Rauch verdeckt

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Vom Haus seiner Gastfamilie im kalifornischen San Dimas aus fotografierte Daniel Hahnenfeld die rötlichen Rauchwolken des großen Buschfeuers auf bis zu sieben Quadratkilometern Fläche.

Achim - ACHIM / LOS ANGELES · Silvesterparty ohne Feuerwerk, 30 Grad im Januar, wunderbare Ausblicke und ein Buschfeuer von sieben Quadratkilometern Ausdehnung ganz in der Nähe – darüber schreibt der 15-jährige Achimer Daniel Hahnenfeld aus den USA. Im sonnigen Kalifornien absolviert er derzeit ein Austauschjahr und schildert Erlebnisse und Eindrücke regelmäßig im Achimer Kreisblatt. Hier sein neuester Bericht:

An Silvester, in den USA „New Year's Eve“ genannt, waren wir zu einer Party in der Nachbarschaft eingeladen. Meine Gasteltern mussten am Neujahrstag arbeiten, so dass sie schon gegen 21.30 Uhr nach Hause fuhren. Am Abend verfolgten wir im Fernsehen die Silvesterfeier in New York. Feuerwerk hier in Kalifornien gab es nicht. Üblicherweise gibt es das nur zum Nationalfeiertag am 4. Juli.

Mein Gastbruder Edward hat den Jahreswechsel nicht mit uns verbracht. Er befand sich im Trainingslager „Bootcamp“ in der Marine-Corps-Base „Camp Pendleton“ in der Nähe von San Diego. Seine Eltern hatten ihn in ein Nachwuchsprogramm der US Navy eingeschrieben. Daher nahm er nach Weihnachten für zehn Tage an dem Bootcamp teil.

Währenddessen hatten wir keinerlei Kontakt, doch besuchten wir seine Abschlusszeremonie. Am frühen Morgen fuhren wir mit dem Amtrak Surfliner von Fullerton in Richtung San Diego. Dabei boten sich wundervolle Blicke über den Pazifik und den San Clemente Pier. Das Bootcamp war für Edward trotz Anfangsschwierigkeiten und harten Drills eine positive Erfahrung.

Gedanken ans ruhigere

Wohnen in Achim

Hier in Kalifornien ist es auch im Januar sommerlich warm: Um die 30 Grad am Mittag und 5 Grad in der Nacht. Wochenlang hat es nicht geregnet. Alles ideale Bedingungen für ein Buschfeuer. Am Donnerstag wachte ich gegen 5.30 Uhr auf und sah schwarze Wolken am Horizont.

Ich alarmierte meine Gastfamilie. Als wir den Fernseher einschalteten, bestätigten sich die Befürchtungen. Ein Buschfeuer brannte nur drei Kilometer entfernt auf etwa fünf Hektar Fläche. Zum Glück wehte der Wind von uns weg, so dass wir nicht in der Evakuierungszone lagen.

Meine Gastmutter nutzte die Chance, mit uns eine Notfallübung zu veranstalten. Es galt, Rucksäcke mit Essen und Kleidung zu packen und Wertsachen in Sicherheit zu bringen. Wir versorgten Hunde, Katzen, Ziegen, Pferd und Esel mit Futter für mehrere Tage. Das Haus wurde zum Schutz gegen Rauch verschlossen.

Die Wolke verdeckte gegen 7 Uhr den gesamten Horizont. Das Feuer brannte, angetrieben durch die heißen Santa-Ana-Winde, auf rund 50 Hektar. Es waren zwei Löschflugzeuge und sechs Helikopter in der Luft sowie 600 Einsatzkräfte am Boden. Mehrere Schulen wurden geschlossen, nicht jedoch die High School hier in San Dimas.

Letztendlich blieb für uns alles beim Zuschauen aus der Entfernung. Nicht ganz so gut erging es anderen. Mehrere Gebäude brannten aus, darunter die lokal bekannte Singer- Villa.

Besondere Gefahr ging von brennenden Büschen aus, die von Aufwinden bis zu zwei Kilometer weit getragen wurden und dann Bäume und Hinterhöfe entzündeten. Nachmittags hatte das Feuer eine Ausdehnung von etwa sieben Quadratkilometern erreicht. Asche ging sogar an der Pazifikküste in etwa 70 Kilometern Entfernung nieder. Gegen Abend drehte der Wind, und auch wir bekamen Asche und Rauch ab.

Jetzt, da ich den Bericht schreibe, ist das Feuer nach mehreren Tagen immer noch nicht gelöscht, aber unter Kontrolle. Das ganze Desaster war übrigens – typisch amerikanisch – live im Fernsehen zu verfolgen. Im Internet gibt es dazu Berichte unter „Colby Fire“.

Obwohl alles relativ glimpflich ausging – keine Toten oder Schwerverletzten – zeigt mir die Naturkatastrophe, dass man in Achim sehr gemütlich wohnt. Angenehme Jahreszeiten, kaum Wetterextreme, gute Infrastruktur – etwas verschlafen, aber gut !

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