Verdener Bauernmarkt feiert Jubiläum

Gemüse und ein kleiner Plausch

Johannes Oppenhorst arbeitet als Aushilfe.

Verden - (wb) · Frisches Obst und Gemüse, Eier von glücklichen Hühnern, Brot und dazu noch ein Strauß Blumen, all das bekommt man sonnabends auf dem Verdener Bauernmarkt. Hier treffen sich Bekannte, kommen Besucher ins Klönen, gerne auch mal mit dem Verkäufer, der in der Regel für einen kleinen Schnack zu haben ist. Es ist ein Markt für regionale Produkte, der kommendes Wochenende sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Hella Schünemann ist seit dem ersten Tag dabei. Aber der liegt schon so lange zurück, dass sie erst mal überlegen muss. „Ich meine, es war in der Spargel- oder Erdbeerzeit.“ Zirka zwölf Verkäufer hätten sich damals in der Fußgängerzone zwischen Brückstraße und Herrlichkeit platziert, so die Barmerin. Alles Anbieter regionaler Produkte, das war und ist Bedingung, um auf dem Bauernmarkt verkaufen zu dürfen. „Am Anfang hat man das aber noch strenger gesehen“, sagt sie.

Doch der Bauernmarkt wird nicht nur wegen seiner gesunden und schmackhaften Produkte geschätzt, die nicht erst um halbe Welt geflogen wurden, sondern auch wegen des Drumherums. Mal kommt ein Clown und jongliert, ein anderes Mal lässt sich ein Straßenmusikant zwischen den Händlern nieder. Am freien Sonnabend hat man eher mal Zeit für einen Plausch und verbindet den Wochenendeinkauf mit einem gemütlichen Bummel durch die Stadt.

Hildegard Ekleben ist Stammkundin am Stand des Obsthofes Detje. „Meine Äpfel hole ich nur hier“, verrät die Rentnerin, für die der Bauernmarkt eine echte Alternative zu den Wochenmärkten am Dienstag und Freitag ist. Aus dem ganz praktischen Grund, dass sie hier mit ihrem Rollstuhl besser übers Pflaster kommt.

Johannes Oppenhorst ist hin und wieder mal auf dem Bauernmarkt anzutreffen. Er arbeitet als Aushilfe am Stand von Lohmanns Hof in Westen und verkauft „frisches Brot aus der Hofbackstube“ und vitaminreiche Bioprodukte. „Es ist ein gutes Gefühl, etwas zu verkaufen, von dem ich weiß, wo es herkommt“, sagt er aus Überzeugung.

Stefan Schumacher hat vor elf Jahren den Familienbetrieb auf ökologischen Landbau umgestellt. Durch die Wochenmärkte, insbesondere den Bauernmarkt sei das erst möglich gewesen. „Denn gerade zu Beginn meines Einstiegs in den elterlichen Betrieb fehlte die Möglichkeit, unser selbst angebautes Gemüse zu vermarkten“, erklärt der Emtinghausener, der ebenfalls zum festen Kern der Verkäufer gehört.

In letzter Zeit war die Zahl der Verkäufer etwas zurückgegangen, was aber auch daran liegt, dass sich einige auf bestimmte saisonale Produkte spezialisiert haben. Ein Beispiel ist der Spargelhof Oestmann aus Südkampen, der jetzt aber wieder für einige Wochen das Königsgemüse anbietet.

„Ein Markt ohne Blumen ist kein Markt“, zitiert Jürgen Willheine den Volksmund, und Recht hat er. Sein blumiges Angebot hat immer Saison, und ohne dieses wäre der Bauernmarkt nur halb so schön. Bezaubernde kleine Sträuße, Stauden und Arrangements zu den verschiedenen Festtagen hat er im Angebot und mittendrin immer ein paar Paletten Eier. Für den Hoyerhagener hat der Bauernmarkt einen besonderen Charme. „Der Dank und das Lob der Kunden am Stand ist für uns Ansporn die Qualität und Frische als Hauptaufgabe zu sehen und beizubehalten“, sagt Willheine.

Am 8. Mai wollen alle zusammen das Jubiläum feiern, mit kleinen Überraschungen oder speziellen Angeboten und musikalisch untermalt von Friends for Friends. Noch ein Grund mehr, mal auf dem Bauernmarkt in Verden vorbeizuschauen.

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