CDU-Informationsveranstaltung zum Thema Erdgasförderung / Bürgerinitiativen mahnen schnelleres Handeln an

„Gemeinsam eine Grundstimmung schaffen“

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Mit dem Thema Erdgasförderung beschäftigten sich diese CDU-Politiker in der Intscheder „Browiede“, von links: Wilhelm Hogrefe, Martin Köster, Martin Bäumer und Adrian Mohr. Auch Vertreter der Bürgerinitiativen weilten im Publikum ·

Thedinghausen - INTSCHEDE · Sie wollen nicht mehr die Bösen sein, nicht mehr Prügel einstecken müssen für eine zu industriefreundliche Politik. So formulierte es Martin Bäumer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, am Dienstagabend.

Zu der als Informationsabend angekündigten Veranstaltung kamen rund 25 Gäste in die Gaststätte „Browiede“ nach Intschede - überwiegend Mitglieder der Samtgemeinde-CDU und von Bürgerinitiativen (BI), die sich gegen Erdgasbohren starkmachen, und einige Bürger.

Denn „Erdgas“ war das Thema des Abends. „Ich finde es schade, dass die Firmen nicht klar sagen, dass Erdgasförderung mit Erdbeben zusammenhängt“, meinte Bäumer und forderte, dass Lagerstättenwasser gereinigt und nicht wieder in die Erde gepumpt werden solle. „Das klingt, als ob Sie unsere Homepage gelesen haben“, kommentierte der Sprecher der Intscheder BI, Hinrich Osmers.

Ein dickes Lob zollte Bäumer der Arbeit der Intscheder BI: „Sie haben öffentlichen Druck erzeugt.“ Und appellierte: „Lassen Sie uns das alte Schwarz-Weiß-Denken beenden. Wir wollen gemeinsam mit Bürgerinitiativen dafür sorgen, dass die Dinge besser werden.“ Die Anregungen und sogar Fachinformationen der Mitglieder der Bürgerinitiative notierte er pflichtbewusst

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion und ehemalige Landtagsabgeordnete Wilhelm Hogrefe, zitierte aus einer Studie, der zufolge die Zukunft bei erneuerbaren Energien liegt und Gas nicht mehr gebraucht werde. Landtagsabgeordneter Adrian Mohr berichtete von seinen Anfragen an die Landesregierung. Dazwischen saß Samtgemeinde-Bürgermeisterkandidat Martin Köster als Moderator, der aber nicht viel zu moderieren, geschweige denn zu schlichten, hatte, weil die zweieinhalb Stunden zivilisiert und sachlich verliefen, wenn auch hart in der Sache.

„Was wollen Sie tun, um Ihre Forderungen durchzusetzen?“, fragte Osmers. - „Wir können nur über den Umweltausschuss Druck aufbauen und das Thema öffentlich diskutieren“, sagte Bäumer. Das reichte Felix Stellfeldt, Mitglied der Intscheder BI, nicht aus: „Sie können sehr wohl mehr machen. Beispielsweise ein Sprachrohr nach Berlin bilden. Und wo ist Ihre verschärfte Forderung nach klaren Worten gegen Fracking?“ Da verwies Bäumer auf den langwierigen Prozess: „Auch in der eigenen Partei dringen wir noch nicht durch. Das braucht Zeit, und ich bin kein Hektiker.“ Doch Zeit sei knapp, konterte die BI: „Es muss schnell gehen. Wenn es Jahre dauert, bis eine Entscheidung gefällt ist, ist das bei Erdgasförderung anfallende Lagerstättenwasser in den Boden gesickert, und wir haben hier womöglich kein sauberes Trinkwasser mehr.“

Das hänge an der Bundesgesetzgebung, sagte Hogrefe, doch gemeinsam mit den Bürgerinitiativen könne man eine Grundstimmung schaffen: Landwirte stellen ihr Land den Gasförderunternehmen nicht zur Verfügung. Eine weitere Möglichkeit seien Sitzblockaden in der Region. „Vieles ist möglich, wenn wir zusammenhalten.“

Was sollen die Bürger und Initiativen nicht noch alles machen, murmelten einige Besucher. Stellfeldt brachte es auf den Punkt: „Wann holen sich Regierung und Politik endlich fachliche Unterstützung von Profis, wie die Förderfirmen sie haben?“ Ein Besucher mahnte: „Bei der Verpressung von Lagerstättenwasser ist nichts harmlos. Wir bekommen die Asse in anderer Form, und davor graut es uns. Wir können es uns nicht erlauben, unser Grundwasser zu verschmutzen. Es muss Vorsorge getroffen werden.“ Beifall. Auch die CDU-Vertreter versprachen, am Ball zu bleiben.· is

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