Schützenverein Fischerhude: Austritte und schwere Vorwürfe

Gemeinnützigkeit wurde aberkannt

Fischerhude - (la) Dem Fischerhuder Schützenverein wurde die Gemeinnützigkeit aberkannt. Er darf damit zum Beispiel keine Spendenbescheinigungen mehr erteilen.

Weil das den Mitgliedern nie vom Vorstand mitgeteilt worden sei und auch, weil sie sich seit längerem systematisch gemobbt fühlten, traten jetzt die frühere Pressewartin Katja Behrens und der frühere Festausschussvorsitzende Dieter Kanning aus dem Verein aus.

Sie verbinden diesen Schritt mit schweren Vorwürfen vor allem gegen Hinrich Mehrtens, den seit 20 Jahren amtierenden Vorsitzenden. „Er hat seine Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit längst verloren, und er beschädigt das Ansehen des Schützenvereins in nicht länger hinnehmbarer Weise“, schreibt Katja Behrens in ihrem Austrittsbrief.

Erst als es ums Sammeln von Sponsorengeldern für die Tombola beim Schützenfest ging, sei die aberkannte Gemeinnützigkeit offenbar geworden, weil die Sammelnden keine Spendenbescheinigungen mehr mit auf den Weg bekamen, berichtete sie dem Achimer Kreisblatt. Monatelang sei vorher alles unter der Decke gehalten worden. Außerdem fühlt sie sich durch „wiederkehrende primitive Beschimpfungen“ des Vorsitzenden beleidigt und gemobbt. So habe Mehrtens ihr angedeutet, sie passe nicht zur Klientel des Vereins: „Sozialisten können wir hier nicht brauchen“. Katja Behrens ist die Tochter des früheren Ottersberger Bürgermeisters Gerhard Behrens (SPD).

„Völliger Quatsch. So etwas habe ich nie gesagt“, nahm gestern Hinrich Mehrtens zu diesen Äußerungen der Ausgetretenen Stellung. Mit dem öffentlichen Brief solle offenbar dem Verein noch nachträglich ein kräftiger Tritt versetzt werden.

Laut Mehrtens wurde die Gemeinnützigkeit aberkannt, weil fälschlicherweise aus Mitgliedsbeiträgen Verluste bei Schützenfesten mit ausgeglichen wurden. Mitgliedsbeiträge dürften aber nur für den sportlichen Bereich verwendet werden. Der laufe gut in Fischerhude.

Diese Bestimmungen seien dem Vorstand vor der folgenschweren Mitteilung des Finanzamtes aber nicht klar gewesen. „Man will den Leuten beim Schützenfest ja etwas bieten“ und habe daher immer eine Menge investiert, erläuterte der Vorsitzende. Das Finanzamt habe jetzt vorschlagen, ordentlich Eintritt zu verlangen, damit sich das Fest selbst trage. „Dann kommen aber kaum noch Besucher“, befürchtet Mehrtens.

Auf jeden Fall sei die Fehlleitung jetzt korrigiert, und alles werde auch durch eine Änderung in der Vereinssatzung abgesichert. Er sei selber kürzlich beim Finanzamt gewesen und habe die Zusicherung erhalten, dass der Wiederanerkennung der Gemeinnützigkeit dann nichts mehr im Wege stehe, betont der 71-jährige Fischerhuder Schützenchef.

Gerade um dem öffentlichen Ansehen des Vereins nicht zu schaden, habe er versucht, das Thema intern auf Vorstandsebene zu regeln.

Katja Behrens hält die Aussagen zum Schützenfest für nicht nachvollziehbar. So hätten etwa Kinderveranstaltungen samt Ponyreiten den Verein nichts gekostet. Und das Feuerwerk als wirklich teure Veranstaltung sei fast komplett gesponsert gewesen. Das dauernde Minus nach dem Fest sei also so nicht zu erklären.

Kritischen Aussprachen über solche Themen hätten sich Mehrtens und dessen Stellvertreter Manfred Kuhn und Helmut Ruschmeyer jedoch stets entzogen. Sie und ihr Lebensgefährte Dieter Kanning seien daher nicht die ersten, die dem Verein aus Verärgerung über den Führungsstil den Rücken kehrten. „Wir sind schon die Nummern fünf und sechs“, verriet die einstige Presse-wartin. Die Führungsstrukturen seien längst überholt, müssten dringend verändert und Mitgliedern gegenüber viel offener gestaltet werden.

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