Achimer Kunde prozessiert gegen Bremische Volksbank / Gestern Vergleich vor Landgericht

Mit Geldanlage 10 831 Euro verloren

Achim - Von Manfred BrodtACHIM/VERDEN · Genau 10 831,50 Euro plus Zinsen seit 2007 hat ein jetzt 60-jähriger Maschinenbauingenieur aus Achim verloren, weil er bei der Bremischen Volksbank in Achim für diese Summe das „DZ Bank 12,5 Bonus CAP Sprint 207/09 004-Papier“ im Oktober 2007 gekauft hatte. Schon im Juni 2009 war das Papier nichts mehr wert, die gesamte Summe weg.

Dabei hatte der Achimer doch, wie er beteuert, eine konservative, nicht so risikoreiche Geldanlage gewünscht. Das Beratungsgespräch bei der Volksbank hatte jedoch seine Bedenken zerstreut. Im vorgelegten Prospekt zum Papier mit acht Prozent Zinsen wurde die Anlage mit höchster Güteklasse und Sicherheit versehen, war von einer 40-prozentigen „Sicherheitsrange“ die Rede. Und wenn eine Aktie eines Unternehmens mal in den Keller gehe, werde das durch die Kurssteigerungen der vielen anderen Aktien des Papiers wieder aufgefangen, wurde dem Achimer suggeriert. Auf der anderen Seite steht in dem gleichen Prospekt: „Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.“ Genauso ist es gekommen, und dafür macht der Achimer der Bremischen Volksbank und ihrem Berater heftige Vorwürfe. In einem 15 Monate später von der Bank vorgelegten, nicht vom Kunden unterschriebenen Protokoll der damaligen Beratung steht: „Der Kunde wünscht eine einmalige Abweichung vom Anlegerprofil für den bestimmten Betrag“. Dass er einmal bewusst ins Risiko habe gehen wollen, bestreitet der vorsichtige Achimer.

Als er 2011 vor dem Achimer Amtsgericht zunächst einmal seine verlorenen rund 1800 Euro Zinsen einklagen wollte, gab es keine Einigung und kein Urteil. Die Volksbank konterte mit einer Widerklage und setzte den Streitwert auf 16 875 Euro hoch, um eine Vielzahl von Folgeprozessen vor dem Amtsgericht zu vermeiden und die Angelegenheit statt dessen zur endgültigen Entscheidung vor das Verdener Landgericht zu bringen. Dort saßen sich gestern die beklagte Volksbank mit dem Generalbevollmächtigten Thomas Trenz, ihrem Anwalt Dr. Oliver Panetta (Hannover) und der klagende Kunde mit seinem Anwalt Reiner Witte (Langwedel) vor der Zivilkammer gegenüber.

Den Bankberater

als einzigen Zeugen

Schnell bemühten sie sich, das Risiko dieses Prozesses durch einen Vergleich zu beschränken. 3000 Euro bot die Volksbank sofort an, doch das war der Gegenseite viel zu wenig. Nach mehreren Verhandlungspausen hatte die Zivilkammer unter dem Vorsitz von Richter Rüdiger Hustedt den Vergleich erreicht: Die Bremische Volksbank zahlt an den ehemaligen Kunden 4500 Euro, trägt zwei Drittel der Kosten des Rechtsstreits und zieht ihre Widerklage mit dem erhöhten Streitwert zurück, der die Verfahrenskosten in die Höhe getrieben hätte. Der Bankberater musste nicht mehr als Zeuge aussagen.

Uns gegenüber stellten der Generalbevollmächtigte und Anwalt der Bank nur fest, die Bank habe bei der Beratung keinen Fehler gemacht. Hätte man sich etwas vorzuwerfen, hätte man auch den ganzen Schaden ersetzt. Dem Vergleich habe man zugestimmt, um Frieden zu schaffen.

Richter Hustedt verdeutlichte dem unzufriedenen Bankkunden und Kläger, er hätte in diesem Verfahren Beratungsfehler nachweisen müssen. Da es nur einen Zeugen, den Berater der Volksbank, gebe, hätte er „nicht die besten Karten“ gehabt und hätte das Verfahren weitaus schlechter für ihn enden können.

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