Neuestes Buch von Kerstin Fischer widmet sich dem Thema Schizophrenie

Gegenentwurf zum psychotischen Gewalttäter

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Kerstin Fischer hat ein neues Buch veröffentlicht.

Achim - Von Katrin Preuß - Nach „Das Gewächshaus“ und „Sergejs Schatten“ hat die Achimer Autorin Kerstin Fischer jetzt ihr drittes Buch veröffentlicht. „Juris Kristalle. Novelle über eine Schizophrenie“ heißt es.

Und auch für ihr neuestes Werk hat sich die Schriftstellerin einem Thema aus dem Bereich der Psychologie zugewandt und es künstlerisch aufgearbeitet.

Die Autorin lässt den Leser teilhaben an den Gedanken ihres Protagonisten. Juri ist anders. Ein Träumer, dem schon kleinste Anlässe und Wahrnehmungen genügen, um Gedanken ins Unendliche weiterzuspinnen. Er macht „Nebenschauplätze zum Mittelpunkt seines Denkens“, heißt es in dem Buch. Und was zunächst noch wie überbordende Phantasie wirkt, geschuldet auch einer extrem sinnlichen Wahrnehmung, wächst sich im Verlauf zu Halluzinationen und Verfolgungswahn aus.

Der Onkel führte Juri einst an die russische Literatur heran. Als er sein Studium beginnt, ist es ausgerechnet Rodion Raskalnikow, der Mörder aus Dostojewskis „Schuld und Sühne“, den Juri an der Universität zu sehen glaubt.

„Wir wird ein Mensch wahnsinnig?“, dieser Frage spürt Kerstin Fischer in „Juris Kristalle“ mit großer Sensibilität und Poesie nach. Sehr dicht beschreibt die Autorin den Verlauf der Krankheit mit ihren fließenden Grenzen, ohne sie beim Namen zu nennen.

Sie leiste „einen wichtigen Beitrag zur Ent stigmatisierung betroffener Menschen“, heißt es in einer der Kritiken. Dabei müsse man als Leser nicht mit dem Thema betraut sein, betont Kerstin Fischer. Ihr Buch habe zudem zwei Lesarten. Zum einen sei da ihre künstlerische Sicht auf eine psychische Krankheit. Zum anderen gebe die Novelle aber auch einen ungewöhnlichen Weg der Selbstfindung wieder.

„Schizophrenie ist mit sehr vielen Vorurteilen behaftet“, sagt die 47-Jährige. Häufig werde die Krankheit mit Aggressionen in Verbindung gebracht. Reißerische Presseartikel über Bluttaten psychisch schwer gestörter Menschen hätten ihren Teil dazu beigetragen. Mit der Figur des Juri habe sie einen Gegenentwurf zum Gewalttäter liefern wollen, erklärt Fischer. Das ist ihr gelungen.

„Juris Kristalle. Novelle über eine Schizophrenie“ ist erschienen im Dresdener worthandel : verlag, und kostet 14,90 Euro. ISBN 978-3-935259-65-1.

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