„Ganztag ist mehr als nur Betreuung“

SPD-Wahlkampf in Kirchlinteln: Kultusminister besucht Grundschule in Luttum

Viele Menschen stehen auf einem Schulhof
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Ministerbesuch auf dem Schulhof: Bürgermeisterkandidatin Sabine Mandel freute sich, dass Grant Hendrik Tonne, begleitet von der Landtagsabgeordneten Dr. Dörte Liebetruth (v.r.), auf ihre Einladung nach Luttum gekommen war, um über das Thema Ganztagsschule zu sprechen.

„Der Weg zur Ganztagsschule ist eine ordentliche Kraftanstrengung, aber in der Regel profitieren alle davon“, sagte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne Mittwoch an der Grundschule Luttum, wo er Gast eines Wahlkampftermins war. Mit dabei waren neben vielen SPD-Politikern und -Kandidaten auch Lehrer, Schulleitungen und Elternvertreter.

Luttum – Dass die Gemeinde Kirchlinteln den Weg zu langfristig zwei Ganztagsgrundschulen gehen möchte, ist parteiübergreifend beschlossene Sache. Mittwoch haben die örtliche SPD und die von den Sozialdemokraten unterstützte Bürgermeisterkandidatin Sabine Mandel die Schulentwicklung zu ihrem Thema gemacht und den niedersächsischen Kultusminister nach Luttum geholt.

Dort machte der Politiker, flankiert von der Landtagsabgeordneten Dr. Dörte Liebetruth, den Beteiligten des Entwicklungsprozesses Mut – eindeutige Zusagen für Landesfördermittel für bauliche Maßnahmen an den Schulen machte er nicht. Er riet der Gemeinde, ihre Pläne „antragsfertig“ zu haben, sobald das Land die nächste „Schublade“ für Fördermittel öffne. Wie viele zusätzliche Lehrerstunden die Schule erhalte, werde sich daraus errechnen, wie viele Kinder für den Ganztag angemeldet würden.

Es bedarf eines ganzheitlichen Konzeptes

„Wenn ich ihnen einen Rat geben darf“, so der Minister, „bedenken Sie im Planungsprozess, dass Ganztag mehr ist als nur Betreuung, es ist mehr, als vormittags Schule und nachmittags Hort. Es bedarf eines ganzheitlichen Konzeptes. Es ist ein Bildungsangebot“.

Sabine Mandel berichtete von ihren Erfahrungen aus ihrem aktuellen Job, denn als Fachbereichsleiterin Bildung und Kultur in der Stadtverwaltung Verden war sie bereits an der Einführung von mehreren Ganztagsschulangeboten beteiligt, als Nächstes stünde dieser Prozess in Verden-Walle auf dem Plan, informierte die Diplom-Sozialpädagogin. „Wir haben in der Vergangenheit auf dem Weg zum Ganztag ehrlicherweise auch Fehler gemacht, die Schulen nicht immer so mitgenommen, wie wir es hätten tun sollen.“ In der Gemeinde Kirchlinteln sollen bei der Planung dagegen alle Beteiligten von Anfang an mit im Boot sein. Das ist auch in der Politik Konsens.

Förderprogramm

Zum Abschluss sprach Tonne noch über ein aktuelles Förderprogramm. Mit „Startklar in die Zukunft“ will das Land Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie unterstützen. „Mir gefallen Begrifflichkeiten wie ,Aufholprogramm’ oder ,Lernrückstände’ nicht besonders gut“, sagte der Minister. Eigentlich seien diese Worte ein Schlag ins Gesicht für die Schüler, die mit extremen Einschränkungen hätten leben müssen und die während der Pandemie außerordentliche Disziplin gezeigt hätten. „Ich bin davon überzeugt, dass sie im vergangenen Jahr viel gelernt haben.“

Die Dinge, die während der Pandemie zu kurz gekommen seien, könnten mit den Finanzspritzen des Aktionsprogrammes gezielt gefördert werden. „Wissens-Eintrichterung“ stehe da aber nicht an erster Stelle. „Wenn Sie zum Beispiel Schüler haben, die nach diesem Jahr eine besondere Last mit dem Lesen haben, dann könnten Sie die Ressourcen für gezielte Leseunterstützung einsetzen. Wenn wegen des Wechselunterrichtes der Klassenzusammenhalt fehlt, dann dürfen Sie die Mittel einsetzen, um die Schüler in Projekten näher zusammenzubringen.“ Hätten Schüler im vergangenen Jahr sozial Rückschritte gemacht, lohne es sich vielleicht, Fördermittel in ein Beratungsangebot zu investieren. Letztendlich wüssten die Lehrer jetzt am besten, was die Schüler bräuchten, ermutigte Tonne, die Fördermittel auch abzurufen. Sabine Mandel lobte das Programm, wusste aber auch: „Geld ist das eine, wenn es aber an pädagogischen Fachkräften für entsprechende Projekte mangelt, dann wird es mit der Umsetzung schwer.“

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