RWE-Dea Förderbetrieb Schülingen kooperiert mit dem Verdener Domgymnasium / Auf der Suche nach Nachwuchs

Ganz ungeniert Werbung gemacht

Rund 20 Schülerinnen und Schüler kooperieren über ihr Seminarfach „Erdöl/Erdgas“ mit der RWE-Dea in Schülingen.

Langwedel - SCHÜLINGEN (jw) · Das Ganze ist schon so etwas wie ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Da kooperieren das Domgymnasium Verden (DOG) und der Energieversorger RWE-Dea mit seinem Förderbetrieb Niedersachsen in Schülingen – und beide Seiten versprechen sich einen Nutzen davon. „Wir hoffen schon darauf, dass sich hier die Möglichkeit ergibt, Nachwuchs für die Firma zu gewinnen“, sagt Sven Burmester, Leiter des Förderbetriebes.

Seit drei Jahren läuft die Kooperation schon als Pilotprojekt „Schulkooperation Erdöl/Erdgas“. Vier Gymnasien (Verden, Sulingen, Lingen, Diepholz) arbeiten mit Energieversorgern zusammen. Mit angeschoben wurde das Programm auch vom niedersächsischen Kultusministerium, Christian Wulff war als Ministerpräsident Schirmherr.

Sinn und Zweck der Unternehmung ist es, dem Nachwuchsmangel in technischen Berufen, in den Naturwissenschaften und im Ingenieurwesen beizukommen. Nicht nur den Unternehmen fehlen Ingenieure, auch an den Schulen werden Naturwissenschaftler gesucht.

Wer sich als Elftklässler vom Domgymnasium auf das Projekt einlässt, bekommt es nicht nur mit Informationsbesuchen in der RWE-Zentrale in Hamburg und beim Förderbetrieben in Schülingen zu tun. Im Domgymnasium gibt es dazu das Seminarfach „Erdöl/Erdgas“. „Das ist als Seminarfach neben allen anderen Fächern abi-relevant“, so Studienrat Uwe Coordes, der das Projekt von Seiten der Schule koordiniert. Was für die Schüler auch bedeutet: Vier Semester (Halbjahre) lang nimmt das Seminarfach wöchentlich zwei Stunden in Anspruch. Auf dem Stundenplan. Da hängt nämlich noch mehr dran.

In Schülingen berichteten die beiden Ingenieure Stephan Reitler und Stephan Schulz den jungen Damen und Herren nicht nur darüber, wie man an das begehrte Erdgas auf dem Feld Völkersen herankommt, wie man das Gas über Tage kriegt – und dann auch noch in eine entsprechende Qualität aufarbeitet, dass es sich auch verkaufen lässt.

Die beiden machten auch noch ungeniert Werbung fürs Ingenieursstudium.

Bevor man sich dann eine Gastrocknungsanlage und eine Verdichterstation begucken konnte, gab es Fragen von den Gymnasiasten.

Und die wollten schon wissen, wie lange denn auf dem Feld Völkersen und in Deutschland noch Gas gefördert wird. Wenn man schon Ingenieurwesen studiert und mit der Energiewirtschaft liebäugelt, will man ja schon wissen, wie lange man in diesem Bereich Arbeit hat.

„Man muss sich schon im Klaren darüber sein, dass die neuen großen Reserven in frontier areas entdeckt werden“, gab Sven Burmester zu. Also in eher entlegenen Gebieten unseres Planeten. Auf der anderen Seite macht der wachsende Energiehunger auch die Erschließung von Vorkommen wieder lohnenswert, die bislang wirtschaftlich nicht so interessant waren. Beispiel: die Erdgasförderung in der britischen Nordsee.

„Die Energieversorgung wird immer ein großes internationales Thema bleiben“, war sich Claus Hofmann, Koordinator des Kooperationsprojektes von Seiten der RWE-Hamburg, mit Blick auf die fernere Zukunft sicher.

Zeitnah müssen sich die Schülerinnen und Schüler jetzt ein Thema ausgucken, über das sie selbst im Rahmen des Seminarfaches recherchieren. Dabei stellt RWE-Dea den jungen Leuten Paten aus ihrem Unternehmen zur Verfügung, die sich in ihrer Freizeit um die Gymnasiasten kümmern. „Patenschaften sind umso leichter zu finden, je technischer sie ihr Thema wählen“, gab Claus Hofmann zu bedenken. „Auch wenn es erst kompliziert klingt, so wird es dann später interessanter.“ Und könnte die berufliche Laufbahn beeinflussen.

„Wir wissen von zwei Schülern aus dem ersten Jahrgang der hier war, dass sie jetzt in diese Richtung studieren“, berichtete Sven Burmester.

Man hat den Nachwuchs im Blick.

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