Vorauswahl für das „Bilderbuch des Jahres 2013“ / Aktion bis zum Sommer

„Ganz, ganz tolle Sachen“

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Die Buchhändlerinnen Linnéa Oelfke (rechts) und Karin El-Haj (Mitte) und die stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Verden, Katrin Koball, bei der Auswahl des „Bilderbuches des Jahres 2013“. ·

Verden - VERDEN · Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Bilderbücher betrachten, sich die Geschichten vorlesen lassen und anschließend das für sie schönste Bilderbuch auswählen. Das sollen die Mädchen und Jungen aus kreisweit 17 Kindertagesstätten, die sich an der von der Buchhandlung Heine für Kleine und der Stadtbibliothek Verden vierten Auflage vom Bilderbuch des Jahres 2013 beteiligen. Jetzt nahm die Aktion mit einem Info-Abend für die Erzieherinnen ihren Auftakt.

Wer einmal mit einem Kind ein Bilderbuch gelesen, in eigener statt vorgegebener Sprache die Geschichte entwickelt hat, muss seine helle Freude an den 20 Bilderbüchern haben, die die Buchhändlerinnen Linnéa Oelfke und Karin El-Haj und die stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Verden, Katrin Koball, aus annähernd 1500 Bilderbüchern, die 2012 neu erschienen sind, gemeinsam ausgewählt haben. „Es sind ganz, ganz tolle Sachen dabei“, so das Trio, das in der gemeinsamen Aktion eine vortreffliche Möglichkeit sieht, schon bei den Kleinsten die Leselust zu fördern. Für die mitwirkenden Kitas bedeutet die Teilnahme konkret, dass ihnen in den kommenden vier Monaten alle Titel – also fünf Bilderbücher pro Monat – zur Verfügung gestellt werden.

Den Kitas entstehen dabei keinerlei Kosten, denn die Aktion wird neben der beteiligten Buchhandlung auch maßgeblich vom Förderverein der Stadtbibliothek Verden unterstützt. Und in die praktische Umsetzung des Projekts sind außerdem Vorlesepaten der Stadtbibliothek involviert. Durchaus möglich, dass die Reaktionen der Kinder gänzlich anders als die der Erwachsenen ausfallen. Nach ihrem eigenen Bilderbuchfavoriten befragt, muss die stellvertretende Bibliotheksleiterin nicht lange überlegen: „Anton und der große Streit, von Ole Könnecke.“

Anton und Lukas sind zwei richtige Buben. Doch wenn solche Zwei so richtig dicke befreundet sind, gibt es auch schon mal richtigen Streit. Auch deswegen, weil sich Anton und Lukas immer messen müssen. Wer ist stärker als der andere, und so weiter und so fort. Mit immer größeren Aufgaben meinen die Beiden, sich gegenseitig übertrumpfen zu müssen, immer stärkere Mittel werden eingesetzt, und ihre Stimmen werden immer aggressiver. Sie phantasieren sich jeweils in eine Stärke hinein, die sie gar nicht besitzen, denn im Grunde sind sie beide zwei kleine Jungs.

Karin El-Haj favorisiert die Geschichte „Die kleine Maus und der Bär“ von Bonny Becker, die Kady MacDonald ganz zauberhaft illustriert hat. Der Bär ist ein alter Griesgram und hat ein großes Schild an der Haustür „Zutritt verboten!“ Als die kleine Maus bei ihm klingelt, wirft er sie ärgerlich wieder hinaus, doch die lässt sich nicht so leicht abwimmeln und findet immer wieder einen Weg ins Haus und schleicht sich nach und nach in das Bärenherz ein. „Diese Geschichte ging mir richtig ans Herz“, so die Buchhändlerin über das Bilderbuch. Was so eine kleine Maus aus einem alten Griesgram machen kann.

Ihrer Kollegin Linnéa Oelfke hat unter anderem das Bilderbuch „Bin ich anders?“ von dem russischen Autor Andrej Usatschow ausgewählt, das sich auf kindliche Weise mit Mobbing befasst. Denn ein Schnabeltier, das in Europa lebt, das hat es wahrlich nicht einfach. Es sieht aus wie ein Maulwurf, hat einen Entenschnabel und legt Eier. Die anderen Tiere wollen nichts mit ihm zu tun haben, machen sich lustig über sein Aussehen und versuchen, es gar soweit zu bringen, dass es sich etwas antut. Egal, was das Schnabeltier probiert, es ist und bleibt unbeliebt und ausgestoßen. Zuerst vergräbt es sich, taucht nur nachts im Fluss nach Würmern und Krebsen. Doch dann beschließt es irgendwann verzweifelt, vor der Situation davonzulaufen – bis ans Ende der Welt. Doch, als es da ankommt, erwarten das Schnabeltier eine ganze Menge Überraschungen.

Die Aktion soll nach Aussage der Initiatorinnen bis zum Frühsommer dauern. Abschließend soll dann im Rahmen einer größeren Veranstaltung in der Stadtbibliothek das „Bilderbuch 2013“ bekannt gegeben werden. · nie

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